Kirchliche Kleinodien von A bis Z

Nachricht 28. Mai 2004

Neuer Führer zeigt Wege zu sakralen Schätzen im Elbe-Weser-Raum

Von Dieter Sell (epd)

Stade/Elbe-Weser (epd). Am Turm der historischen St.-Christophorus-Kirche in Oese bei Bremervörde hängt eine Uhr mit Buchstaben statt Ziffern. In der Heeslinger St.-Viti-Kirche sind am spätgotischen Flügelaltar aus Eiche geschnitzte Figuren zu bewundern, die ein halbes Jahrtausend alt sind. Ein druckfrischer Kirchenführer zeigt den Weg zu diesen und weiteren 64 sakralen Kleinodien im Elbe-Weser-Raum - sortiert nach Orten von "A" wie Ahausen bis "Z" wie Zeven.

"Orte der Besinnung" heißt der Führer, der in einer Auflage von 12.000 Exemplaren in Pfarrämtern und Buchhandlungen zum Preis von 4,50 Euro verkauft wird. Er gibt Auskunft über die reichen kirchlichen Schätze der Kulturlandschaft zwischen den beiden großen Mündungstrichtern von Elbe und Weser wie die Instrumente aus der Werkstatt des weltberühmten Orgelbauers Arp Schnitger.

"Dazu gehören auch das Plattdeutsche, die bildende Kunst sowie
Kultur- und Bildungseinrichtungen", betont Hans-Eckhard Dannenberg, Mitherausgeber und Geschäftsführer des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden. Der Landschaftsverband verantwortet zusammen mit dem Sprengel Stade der hannoverschen Landeskirche und der Urlauberseelsorge die 160-seitige Broschüre mit Kirchen zwischen Cuxhaven, Verden, Bremerhaven und Buxtehude.

Der Führer wendet sich nicht nur an Touristen. Manchem der etwa 800.000 Einwohner in der von Marsch, Moor und Geest bestimmten Landschaft dürfte wohl nicht klar sein, was es alles in der herb-schönen Tiefebene zu entdecken gibt. Dazu zählen neben 80 Denkmalsorgeln Wehrkirchen wie St. Matthäus Padingbüttel im Land Wursten und die von Reichtum und Einfluss der Bauernschaft zeugenden Sakralbauten im Alten Land.

"Die Kirchen erzählen Geschichten", betont die Stader Pastorin Sonja Domröse, die den Anstoß zu dem Führer gab. Bei ihr liefen die Fäden zu der etwa zweijährigen redaktionellen Arbeit zusammen. "Wenn man aufmerksam hinsieht, entdeckt man, was Menschen vor uns geglaubt, gehofft, gelitten und erfahren haben", sagt die Theologin.

Aber auch zeitgenössische Gebäude überraschen durch ihre Architektur und ihre Ausstattung. Dazu gehören die Johannes-der-Täufer-Kirche in Horstedt mit einem futuristischen Turm und einem sehenswerten Bibelgarten und die "Eine-Welt-Kirche" in Schneverdingen, in der ein Flügelaltar mit Erde von allen fünf Kontinenten steht.

Ein Geheimtipp war bisher die Katharinenkirche in Bliedersdorf bei Buxtehude. Von hohen Bäumen umgeben liegt sie auf einer Erhebung an einem Ort der Stille. Hier lässt es sich richtig entspannen. Im Inneren des Feldstein-Kleinods, dessen Entstehung auf das 13. Jahrhundert zurück geht, begeistern die 1622 gestiftete Kanzel und das Taufbecken von 1669.
Für Sonja Domröse ist sie ein guter Grund, "vor der eigenen Haustür auf Entdeckungsreise zu gehen". Mal sehen, wie lange Bliedersdorf noch ein Geheimtipp bleibt. (epd Niedersachsen-Bremen/b1621/28.05.04)

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