"Das Wort zum Sonntag" feiert 50. Geburtstag

Nachricht 06. Mai 2004

Viele gute Wünsche für die zweitälteste Sendung
im Deutschen Fernsehen

Mit einem Festakt in Hamburg haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die ARD am heutigen Donnerstag, den 6. Mai, das 50-jährige Jubiläum der Sendung "Das Wort zum Sonntag" gefeiert. Seit 1954 ging das von den ARD-Anstalten im Wechsel produzierte "Wort zum Sonntag" über 2.600 Mal auf Sendung und erreicht heute im Durchschnitt rund zwei Millionen Zuschauer.

Der anhaltende Erfolg der "legendären Sendung" Wort zum Sonntag begründe sich in der Botschaft: "Immer wieder neu ist das Leben, ein großes Geschenk". Dies sagte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, in seiner Rede. Er sei zuversichtlich, dass die Sendung ihr Profil weiterentwickeln und es ihr gelingen werde, "Neues zu wagen und dabei ihre Identität zu bewahren." Denn wenn das Erreichte nicht erstarren solle, so Huber, dürfe die Bereitschaft zu Veränderung nicht aufhören. In persönlichen Worten erführen die Zuschauerinnen und Zuschauer, dass die Sache mit Gott sie direkt angehe. Im unübersichtlichen Zeitgeschehen und einer Phase globaler politischer Spannungen biete die Sendung in einer Mischung aus Kommentierung und seelsorgerlicher Zuwendung Halt und Orientierung. "Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die Tagesschau und das Wort zum Sonntag die ältesten Sendungen im deutschen Fernsehen sind."

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, würdigte die Sendung als „wichtiges Aushängeschild der Kirchen“, als ein „Markenzeichen“, das durch sein unverwechselbares Profil unersetzlich bleibe. „Es kommt nicht aalglatt daher, nicht angepasst und dem Zeitgeist nacheifernd“. Der Bekanntheitsgrad der zweitältesten Sendung des Deutschen Fernsehens liege weit über dem von schnelllebigen und scheinbar tagesaktuellen Projekten. Kardinal Lehmann dankte insbesondere den Sprecherinnen und Sprechern: Wenn sie „im Mediendschungel zum Wanderprediger“ würden, sollten sie „dem Volk auf´s Maul schauen“, ohne ihm „nach dem Mund zu reden“. Die Zeichen der Zeit zu erkennen und aus dem Glauben zu deuten, bleibe die Aufgabe christlicher Verkündigung in den Medien.

Der ARD-Vorsitzende und Intendant des NDR, Jobst Plog, bezeichnete Das Wort zum Sonntag als ein Symbol für das Miteinander von Kirchen und öffentlich-rechtlichem Rundfunk und als einen festen Bestandteil der ARD-Programme. Die liberale und offene Sicht auf das Medium Fernsehen und seine Macher präge die Zusammenarbeit mit den Kirchen bis heute. "Eine Zusammenarbeit, die sich in sehr viel mehr Sendungen als nur einer äußert", hob Plog hervor.

In seiner Laudatio betonte der ehemalige Intendant des ZDF, Dieter Stolte: "Die Sendung widersteht mit großer Hartnäckigkeit allen Meinungen und Vorstellungen über erfolgreiches Fernsehen, das bekanntlich bildträchtig, aktionsreich und farbenfroh sein muss." Entscheidend sei, dass es im Fernsehen "eine Weile des Nachdenkens und der Besinnlichkeit in einer geschwätzigen Zeit gibt, in der auf allen Kanälen endlos und belanglos gequatscht wird, ohne dass etwas zur Ruhe oder gar Reife kommt". Aus den Antworten der Akteure des Wort zum Sonntag könne jeder "die intellektuelle Redlichkeit und Glaubwürdigkeit der Wahrheitssuche heraushören".

Unter den zahlreichen Ehrengästen waren viele der mehr als 300 Männer und Frauen, die bisher „Das Wort zum Sonntag“ gesprochen haben. Moderiert wurde die Veranstaltung von Tagesthemen-Sprecherin Anne Will. Die NDR Big Band, der NDR Chor und die Solistin Etta Camaron stellten mit den „Sacred Concerts“ von Duke Elligton den musikalischen Rahmen.


Hannover, 6. Mai 2004
Pressestelle der EKD
Anita Hartmann