Telefonseelsorge verzeichnet steigende Anrufzahlen

Nachricht 19. April 2004

Munster/Kr. Soltau-Fallingbostel (epd). Die Telefonseelsorge im Nordosten Niedersachsens verzeichnet steigende Anrufzahlen. Rund 14.500 Hilfesuchende haben sich im vergangenen Jahr an die Beratungsstelle mit Sitz in Munster gewandt, sagte der Leiter der Einrichtung, Pastor Burkhart Mecking, am Mittwoch. Das seien rund elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Familiäre und zwischenmenschliche Probleme stehen nach Angaben des Pastors bei den Anrufenden obenan. Die Einsamkeit nehme zu. Menschen mit psychischen Problemen nutzten die Telefonseelsorge, um sich zusätzlich zu einer Beratung oder Therapie weitere Hilfe zu holen.

Außerdem seien soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Angst vor wirtschaftlicher Rezession immer häufiger ein Thema, sagte Geschäftsführerin Ursula Reschke.

Nach Meckings Beobachtung gibt es immer mehr Menschen, die nicht wissen, mit wem sie über ihre Probleme reden können. Die Telefonseelsorge, die die Anonymität wahre, sei für diese Menschen ein niedrigschwelliges Angebot. Zwei Drittel der Anrufenden sind Frauen.

Die Mehrheit der Hilfesuchenden ist nach Angaben der Beratungsstelle zwischen 30 und 50 Jahre alt. Jugendliche wenden sich zumeist per Handy an die Einrichtung.

Die Seelsorgestelle ist im Festnetz für das nordöstliche Niedersachsen vom Südrand Hamburgs bis Celle und Rotenburg/Wümme zuständig. Zudem werden seit vier Jahren Handy-Anrufe aus dem ganzen Bundesgebiet jeweils stundenweise an die eine der insgesamt 105 Telefonseelsorgestellen weitergeleitet. Bundesweit ist nach Angaben Meckings die Zahl der Anrufe mit 1,6 Millionen Gesprächen leicht zurückgegangen. Die Telefonseelsorge ist kostenlos unter der Nummer
0800/111 0 111 zu erreichen. (epd Niedersachsen-Bremen/b1028/07.04.04)
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