Auf einen Blick (15.3.)

Nachricht 15. März 2004

TV-Hinweis: 16. März, 20.44 Uhr - arte: Themenabend "Braucht die EU Gott?" (Im ersten Beitrag mit Landesbischöfin Käßmann).

Sterbebegleiter: Hospizdienste nicht bekannt genug

Loccum (epd). Das Angebot der kostenlosen Sterbebegleitung ist noch immer nicht bekannt genug. Mittlerweile seien in Niedersachsen rund ehrenamtliche 3.000 Sterbebegleiterinnen und -begleiter ausgebildet worden, sagte der evangelische Pastor Martin Ostertag am Montag dem epd.
Bei der 7. Loccumer Hospiztagung am Wochenende sei deutlich geworden, dass diese Fachkräfte zu selten gerufen würden. Ostertag ist Beauftragter der hannoverschen Landeskirche für Hospizarbeit und Palliativmedizin.

Die Wiener Ärztin Marina Kojer hatte auf der Tagung in Loccum berichtet, dass 90 Prozent aller Menschen am liebsten zu Hause in vertrauter Umgebung sterben möchten. Doch oft würden Angehörige und Pflegeheime mit der belastenden Situation des Sterbens nicht fertig und schöben die Todkranken in ein Krankenhaus ab. Dort würden Sterbende überflüssigerweise häufig noch mit Einläufen oder Magensonden behandelt.

140 professionelle und ehrenamtliche Sterbebegleiter waren in die Evangelische Akademie Loccum gekommen. Sie wiesen auf die Unterstützung hin, die sie auch den Angehörigen leisten könnten. Diese selbst seien häufig überfordert, weil sie angesichts des Todes von Schuldgefühlen geplagt würden, sagte die Ärztin Kojer. Nach Ostertags Beobachtungen wollen sie sich auch selten eingestehen, dass die letzten Stunden ihres Verwandten gekommen sind. Viele seien über das Angebot der Sterbebegleitung nicht informiert.

Die langjährige Sterbebegleiterin Ellen Weißmeier verwies auf die Probleme der wachsenden Zahl ausländischer Senioren. Die Großfamilien brächen auseinander, und viele Menschen seien am Ende allein. Hier allerdings stießen die Hospizmitarbeiter an Grenzen. Christliche Frauen würden von männlichen Muslimen kaum akzeptiert. (epd
Niedersachsen-Bremen/b0769/15.03.04)


Hannover: Zentrales Telefon berät todkranke Menschen
Hannover (epd). Für todkranke Menschen in der Region Hannover gibt es jetzt eine zentrale Telefonnummer, die über Möglichkeiten der Schmerztherapie und Sterbebegleitung informiert. In Hannover hätten sich erstmals in Deutschland konkurrierende Träger und Einrichtungen zusammengetan, um schwerst kranke Patienten zu beraten, sagte Ralph Charbonnier vom "Runden Tisch Palliativ und Hospiz Hannover" am Montag vor Journalisten.
Mehr Infos unter /www.palliativ-hospiz-hannover.info

US-Theologen machen bei Internet-Predigten mit

Göttingen (epd). Auch US-amerikanische Theologen arbeiten jetzt an den "Göttinger Predigten im Internet" mit. Vier lutherische Geistliche aus Austin (Bundesstaat Texas) stellen jede Woche eine Predigt ins Netz, teilte die Universität Göttingen am Dienstag mit. Das bundesweit einzigartige und ständig aktualisierte Internet-Angebot umfasst Predigttexte in fünf europäischen Sprachen.

"Unsere Predigten basieren auf Bibeltexten, die in vielen protestantischen Kirchen Amerikas für den jeweiligen Sonntag vorgesehen sind", erklärte der Sprecher der Theologen aus Texas, Professor David Zersen. Dadurch sei die Göttinger Website auch für Pastoren in den USA interessant. Einige Gemeinden müssten zudem ohne Pfarrer auskommen und könnten jetzt auf die Hilfestellung im Internet zurückgreifen.

Der Göttinger Theologie-Professor Ulrich Nembach freute sich, "dass die Website immer internationaler wird". Nembach hatte das Projekt "Predigten im Internet" Ende der 90er Jahre ins Leben gerufen und betreut es seitdem redaktionell. Das Angebot enthält neben aktuellen Predigten zum jeweils nächsten Sonn- und Feiertag auch ein umfangreiches Archiv mit inzwischen mehr als 2.000 Predigttexten. Die Autoren sind Gemeindepfarrer, Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen sowie Hochschullehrer.

Seit der Einrichtung der Online-Präsentation haben mehr als eine Millionen Besucher aus aller Welt diese Seiten im Netz aufgerufen. Im Durchschnitt klicken täglich rund 500 Personen die Internetseite an (www.predigten.uni-goettingen.de). (epd Niedersachsen-Bremen/b0706/09.03.04)

18 Kurden in Niedersachsen im Kirchenasyl

Göttingen (epd). Drei evangelische und katholische Gemeinden in Niedersachsen gewähren derzeit 18 Flüchtlingen Kirchenasyl. Bei den Flüchtlingen handele es sich ausnahmslos um Menschen kurdischer Herkunft, teilte der Niedersächsische Flüchtlingsrat am Freitag in Göttingen mit.

Drei Kirchenasyle wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr, ein weiteres in diesem Jahr beendet. Den Rückgang von Kirchengemeinden, die Flüchtlinge bei sich aufnehmen, erklärte der Flüchtlingsrat mit einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Migranten. Weil vorher andere Lösungen für die Betroffenen gefunden würden, komme es oft gar nicht mehr zum "letzten Schritt" des Kirchenasyls. (epd
Niedersachsen-Bremen/b0757/12.03.04)

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