Aus der Synode der Konföderation am 13. März

Nachricht 15. März 2004

Siehe auch: Bericht des Rates und des Ratsvorsitzenden der Konföderation im Wortlaut

Kirchen sehen Menschlichkeit in der Pflege gefährdet

Hannover (epd). Der Oldenburger Bischof Peter Krug sieht die Menschlichkeit in der Altenpflege in Gefahr. Vor der Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen sagte er am Sonnabend in Hannover, die Pflege stehe "unter kaum mehr erträglichem Zeitdruck". Zudem drohe zahlreichen Pflegeeinrichtungen der wirtschaftliche Kollaps, und die Zahl der Fachkräfte nehme ab, während der Bedarf steige. In Niedersachsen fehlten derzeit 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sagte Krug als Ratsvorsitzender der Konföderation.

Die Pflegeversicherung müsse weiterentwickelt werden, forderte der Bischof. Über den notwendigen Abbau an Bürokratie werde bereits verhandelt. Ältere Menschen, denen es finanziell gut geht, sollten sich stärker an den Kosten für ein menschenwürdiges Alter beteiligen.
Die Folgen der Bevölkerungsentwicklung könnten nicht alle den Jüngeren aufgebürdet werden, sagte Krug und rief die Generationen zur gegenseitigen Fairness auf.

Dem Ratsbericht zufolge wird sich die Diakonie aus manchen Arbeitsbereichen zurückziehen müssen. Die kirchlichen Einrichtungen für Pflegebedürftige und Behinderte litten unter der Krise der öffentlichen Haushalte und anderer Kostenträger sowie unter steigenden Personalkosten und gerieten immer mehr in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Kirchen und Wohlfahrtspflege hätten beim Land erfolglos gebeten, die Investitionskosten stationärer Alteneinrichtungen weiterhin zu fördern. Nun würden mindestens 8.000 ältere Menschen mehr Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen.

Zur Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen gehören die lutherischen Kirchen von Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer mit zusammen 4,3 Millionen Mitgliedern. Sie vertritt die Interessen der Kirchen gegenüber dem Land. (epd
Niedersachsen-Bremen/b0768/13.03.04)

Kirchen wollen verstärkt mit Schulen zusammenarbeiten

Hannover (epd). Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen wollen verstärkt mit den Schulen zusammenarbeiten. Angesichts der Entwicklung hin zu Ganztagsschulen und der auf zwölf Jahre verkürzten Schulzeit an Gymnasien sollen die Kirchengemeinden mit den Schulen vor Ort Verabredungen suchen. Dazu rief die Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen am Sonnabend in Hannover auf.

Bei den freiwilligen Nachmittagsangeboten der Schulen könnten sich auch die Kirchen beteiligen, heißt es in dem Aufruf. Für den Konfirmandenunterricht sollten sich die örtlichen Schulen auf zwei feste Nachmittage einigen und ihn ebenfalls als Nachmittagsangebot anerkennen. Bei dem Modell der "eigenverantwortlichen Schule" sollten die Kirchenkreise und Gemeinden die Mitsprache suchen und für einen ungekürzten Religionsunterricht eintreten. Auch ein engerer Kontakt mit den Religionslehrern sei erwünscht. (epd Niedersachsen-Bremen/b0766/13.03.04)

Kirchen in Niedersachsen besorgt um den Sonntagsschutz

Hannover (epd). Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen ist besorgt um den Schutz des arbeitsfreien Sonntags.
Es gebe deutliche Anzeichen, "dass der Sonn- und Feiertagsschutz weiter Schritt für Schritt ausgehöhlt wird", berichtete der Rat des Zusammenschlusses von fünf Kirchen am Sonnabend vor der Synode in Hannover. Vorstöße dazu seien aus mehreren Fraktionen des Landtags gekommen. Der Oldenburger Bischof Peter Krug als Ratsvorsitzender befürwortete eine restriktive Praxis gegenüber Ausnahmen.

Die Kirchen würden immer wieder gefragt, wie sich zum Betrieb automatischer Autowaschanlagen oder zur Ladenöffnung an der Küste oder in anderen touristischen Ballungszentren verhalten würden, sagte Krug und meinte, "damit wäre fast ganz Niedersachsen beschrieben".
Dem stellten die Kirchen das Gebot entgegen, den Feiertag zu heiligen. Das Leben brauche einen Rhythmus von Arbeit und gemeinsamer freier Zeit. Darum sollte jede nicht notwendige wirtschaftliche Betätigung an Sonn- und Feiertagen unterbleiben.

Zur Konföderation gehören die lutherischen Kirchen von Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer mit zusammen 4,3 Millionen Mitgliedern. Sie vertritt die Interessen der Kirchen gegenüber dem Land. (epd Niedersachsen-Bremen/b0767/13.03.04)

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