Präsident: Kirchen müssen stärker zusammenarbeiten

Nachricht 09. März 2004

Bad Honnef (epd). Der Kirchenjurist Eckhart von Vietinghoff hat die protestantischen Kirchen in Europa aufgerufen, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen. Wenn die Kirchen angesichts der bevorstehenden EU-Erweiterung in Brüssel Gehör finden wollten, müssten sie "europakompatible institutionelle Formen" entwickeln, sagte der Präsident des hannoverschen Landeskirchenamtes am Dienstag in Bad Honnef bei Bonn.

Vietinghoff, der auf der 49. Gesamtkonferenz evangelischer Militärgeistlicher sprach, äußerte zugleich die Überzeugung, dass das Christentum trotz aller konfessionellen Unterschiede eine der prägenden Kräfte in Europa bleibe. Die Kirchen hätten erst nach und nach die Chancen der europäischen Einigung begriffen, seien inzwischen aber auf gutem Wege, diesen Prozess zu begleiten.

Vietinghoff schlug vor, eine "europäische evangelische Versammlung" einzuberufen. Diese könne als eine institutionelle Plattform für die Zusammenarbeit dienen. Sie sollte allerdings nicht als Synode bezeichnet werden, da einige Kirchen damit einen Souveränitätsverlust verbinden würden, so der Kirchenjurist. Auch die 1973 geschlossene Leuenberger Kirchengemeinschaft könne der verstärkten Zusammenarbeit in Europa dienen. (epd Niedersachsen-Bremen/b0710/09.03.04)

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