Kindertagesstätten sind Markenzeichen evangelischer Gemeinden

Nachricht 02. März 2004

Kindertagesstätten bilden nach Ansicht des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein Markenzeichen evangelischer Gemeinden. Dies hat der Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, in einem Grußwort zur Fachtagung "Kirchliche Bildungsverantwortung für Kinder und die Zukunft der Kindertageseinrichtungen" der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V. in Berlin hervorgehoben. "Die Zukunft von Kirche und Gesellschaft wird nach Auffassung des Rates unter anderem von der Nachhaltigkeit der Bildungsprozesse abhängen, die sich täglich in den rund 9.000 evangelischen Kindertagesstätten ereignen", sagte Huber zur Eröffnung der Tagung.

In einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft seien Kindertageseinrichtungen auch ein politischer Faktor. Durch die Vermittlung von Werten und ethischen Normen trügen sie zu einer "ganzheitlichen Erziehung zu Gerechtigkeit und Gewaltfreiheit" bei und dienten damit letztendlich auch einer Kultur des Friedens. In evangelischen Einrichtungen müsse dabei das christliche Profil nicht nur gewahrt bleiben, sondern "als der Ermöglichungsgrund von Freiheit, interkultureller Begegnung und Toleranz erkennbar" werden, forderte der Ratsvorsitzende.

In den Kindertagesstätten konkretisiere sich die kirchliche Bildungsverantwortung für eine ganzheitliche Persönlichkeitsbildung, betonte Huber. Die Tageseinrichtungen dürften nicht nur "als Betreuungs- oder gar Aufbewahrungsmöglichkeiten" gesehen werden, vielmehr seien sie als Bildungseinrichtungen ernst zu nehmen. Im Kinder- und Jugendhilfegesetz werde das Verhältnis von Bildung, Erziehung und Betreuung nicht systematisch geklärt, in den Institutionen der evangelischen Kirche seien diese drei Aspekte "in qualifizierter Weise" miteinander verbunden.

Huber machte deutlich, dass Tageseinrichtungen für Kinder "immer auch etwas von einem Schutzraum für das behütete Aufwachsen von Kindern beinhalten sollten". Auch die Familie stelle einen solchen Schutzraum dar, "der nur schwer durch anderes zu ersetzen" sei. Der Ratsvorsitzende plädierte dafür, beides zu fördern: "die Familien und die besonderen Tageseinrichtungen für Kinder."


Hannover, 2. März 2004
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi