Landesbischöfin fordert neues Bewusstsein für Lebensmittel

Nachricht 07. Januar 2004

Loccum (epd). Für ein neues Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln hat sich die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann ausgesprochen. Beim Neujahrsempfang der evangelischen Landeskirche am Dienstag in Loccum hob sie die christliche Verantwortung für die Menschen auf dem Lande, für den Boden und das Vieh hervor. "Es kann nicht sein, dass ein Liter Mineralwasser mehr kostet als ein Liter Milch", sagte Käßmann.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bekannte sich zu dem Ziel, die Lebensqualität des ländlichen Raums zu sichern und anzuheben. Käßmann kündigte an, die Landeskirche werde sich in Deutschlands größtem Agrarland verstärkt um die ethischen Fragen der einheimischen Landwirtschaft und der Welternährung kümmern. Sie wandte sich gegen die pflanzliche Gentechnologie, weil ihre Einführung nicht mehr umkehrbar sei.

Jeder vierte Arbeitsplatz in Niedersachsen hänge an der Landwirtschaft, aber bäuerliche Familien hätten oft nicht mehr genug zum Leben, kritisierte die Bischöfin. Ihnen helfe die Kirche unter anderem mit Sorgentelefonen und Ehevermittlung. "Der ländliche Raum darf kein Museum werden", sagte Käßmann. (epd Niedersachsen-Bremen/b0028/06.01.04)
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