Aus der Weihnachtspredigt von Landesbischöfin Margot Käßmann

Nachricht 25. Dezember 2003

An Weihnachten sei Gottes Gnade den Menschen erschienen. Daran erinnert Landesbischöfin Margot Käßmann in ihrer Predigt an Heiligabend in der Marktkirche Hannover. "Gnade meint eine Zuwendung, eine Liebe, die nicht rechnet, die den Menschen ansieht und versteht, was er braucht." Gottes Gnade sei nicht nur einfach da, sondern wolle uns auch verändern. "Ich bin überzeugt, Gott will nicht weniger von uns, als dass wir die Welt verändern. Wenn Gott uns Orientierung gibt, dann doch die: Es geht darum Hass und Gewalt zu überwinden, es geht darum, die Vision von Gerechtigkeit Wirklichkeit werden zu lassen," so die Bischöfin.

Auch an Weihnachten dürften die Augen nicht davor verschlossen werden, dass in unserer Welt so manches aus den Fugen geraten sei. Terror bereite vielen Menschen Angst, so beschreibt die Bischöfin einiges von dem, was die Welt aus den Fugen geraten lasse. Während die Globalisierung gepriesen werde, hungerten die Menschen in vielen Ländern. Auch in Deutschland gebe es Angst um die Rente, um die Gesundheitsversorgung, um die Arbeitsplätze, um die Kinder, die zum Armutsrisiko geworden sind.

"Die Geburt des Gotteskindes ist wie ein Stern am Himmel, ein Licht über dieser Welt, das sagt: Gebt nicht auf, lasst euch nicht entmutigen. Behaltet die Vision im Auge, dass etwas verändert werden kann. Sicher, alle Tränen werden erst einst bei Gott abgewischt sein. Aber dass es keinen perfekten Frieden auf Erden gibt, darf uns nicht davon ablenken, dass wir sehr wohl für Frieden und Gerechtigkeit eintreten müssen." Der Heilige Abend sei nicht heilig, so Käßmann, weil er so ruhig und still sei, sondern weil Gottes Heil zur Erde gekommen sei. In aller Freude und Angst und den Fragen des Lebens seien die Menschen nicht allein, denn Gott wende sich ihnen zu.

Pressestelle der EKD
Silke Fauzi, Anita Hartmann, Christof Vetter