Bischof Huber: Religiöse Grundlagen Europas klar benennen

Nachricht 13. Dezember 2003

"Gottesbezug in EU-Verfassung ist wichtige Quelle unseres geschichtlichen Erbes"

"Ein klarer Bezug in der Präambel der Europäischen Verfassung auf die jüdisch-christlichen Grundlagen europäischer Kultur verdeutlicht wichtige Quellen unseres geschichtlichen Erbes sowie unserer gegenwärtigen und künftigen Verantwortung." Dies betonte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, in seinem Grußwort beim Empfang zur Vorstellung des im November neu gewählten Rates der EKD und zur Verabschiedung des alten Rates in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin. An dem Empfang nahmen Vertreter der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Öffentlichkeit teil.

Bischof Huber bedankte sich bei Bundesaußenminister Joschka Fischer für das Eintreten dafür, dass die religiösen Grundlagen Europas in der Präambel der Europäischen Verfassung klar benannt werden. "Mit gutem Grunde ist im Verfassungsentwurf vorgesehen, dass die unterschiedlichen Formen der Gestaltung des Verhältnisses von Staat und Kirche, die wir in Europa kennen, im europäischen Verfassungsvertrag anerkannt und gewährleistet werden."

Bischof Huber ging auch auf die aktuelle Debatte um notwendige Reformen ein. Das "Gemeinsame Wort der Kirchen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage" aus dem Jahr 1997 sei eine gemeinsame Grundlage für die Stellungnahmen beider Kirchen zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, sagte Huber. Angesichts neuer gesellschaftlicher Herausforderungen, für die der Alterswandel der Gesellschaft ein Beispiel sei, müsse die dort formulierte Position weitergeführt werden. Die beiden großen Kirchen äußerten sich zu solchen Herausforderungen stets in einer gut abgestimmten Weise. Er begrüße es daher, "dass die katholischen Bischöfe heute ein neues Plädoyer für eine langfristig angelegte Reformpolitik veröffentlicht haben." Dem entspreche, dass die evangelische Kirche im Verlauf des Jahres 2003 immer wieder zu den "notwendigen Reformen ermutigt und auf die dafür wichtigen Maßstäbe von Selbstverantwortung und Solidarität, von Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit hingewiesen hat." Diese Maßstäbe würden auch im Verhältnis zur nachwachsenden Generation gelten. "Welche Lasten und welche Aufgaben wir ihr überlassen, ist ein wichtiger Prüfstein gegenwärtiger Entscheidungen."

Hannover, 12. Dezember 2003
Pressestelle der EKD
Anita Hartmann

Internet:
Grußwort des Ratsvorsitzenden der EKD
Kirchliche Texte zur Reformpolitik