Blindenmission will Engagement in China ausbauen

Nachricht 11. Dezember 2003

Hildesheim (epd). Die Hildesheimer Blindenmission will ihr Engagement in China im kommenden Jahr ausbauen. Von 2004 an möchte sie unter anderem ein Projekt zur Ausbildung von Lehrern für blinde und sehbehinderte Kinder in der westchinesischen Provinz Shaanxi mit rund 10.000 Euro im Jahr unterstützen. Das berichtete der Pastor und Vorstandsvorsitzende Johannes Achilles dem epd am Dienstag nach der Rückkehr von einer vierwöchigen Auswertungssreise nach Ostasien.

Derzeit fördert die Blindenmission zusammen mit anderen Hilfswerken ein Projekt zur Ausbildung von Lehrern für Blinde und Sehbehinderte in der chinesischen Region Innere Mongolei. In einem siebentägigen Kurs lernen sie, wie sie behinderte und sehende Kinder an staatlichen Schulen gemeinsam unterrichten können. "Es ist faszinierend zu sehen, mit welcher Begeisterung und welcher Kompetenz diese Lehrerinnen und Lehrer den sehbehinderten Kindern die Fertigkeiten beibringen, die sie für ein selbstständiges Leben benötigen", sagte Achilles.

Das Projekt in der Inneren Mongolei wird von 2004 an vom Staat finanziert. Bereits 1.007 Lehrer haben die Fortbildung besucht. Mehr als 1.300 Kinder und Jugendliche können nach Angaben des Missionswerks von dem Programm profitieren. Zwischen 2000 und 2002 konnten 857 von ihnen an Regelschulen integriert werden. Ursachen für Erblindungen seien Armut und Mangelernährung, Unfälle, aber auch genetische Krankheiten und Infektionen, die nicht rechtzeitig behandelt wurden.

Die älteste und größte Einrichtung der Blindenmission, die 1897 gegründete Schule "Ebenezer" in Hongkong, soll künftig zu einem Ausbildungszentrum für Blindenpädagogen entwickelt werden, sagte Achilles weiter. Erstmals besuchte der Pastor auch ein in den 20er Jahren von der Mission gegründetes Wohlfahrtsheim in Meizhou, in dem heute rund 40 sehbehinderte Senioren leben. (epd Niedersachsen-Bremen/b3625/09.12.03)
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