Von Vietinghoff kritisiert "Verliebtsein ins Scheitern"

Nachricht 06. Dezember 2003

Verden (epd). Der Präsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Eckhart von Vietinghoff, hat das "typisch deutsche Verliebtsein ins Scheitern" kritisiert. Die rückwärts gewandte Verteidigungsstrategie, früher sei alles besser gewesen, verhindere die aktive Gestaltung der drängenden gesellschaftlichen Probleme. "Wir dürfen uns davon nicht lähmen lassen", warnte von Vietinghoff, der am Donnerstagabend beim ersten Jahresempfang des evangelischen Kirchenkreises im Dom von Verden bei Bremen sprach.

Mit Untertanen sei genausowenig Staat zu machen wie mit Menschen, die sich nur als Kunden verstünden, sagte von Vietinghoff. Nur mit Bürgern, die sich über das notwendige Maß hinaus für das Gemeinwohl engagierten, könne die freiheitlich-demokratische Grundordnung gesichert werden, betonte der Jurist.

Die Kirchen achteten mit Nachdruck darauf, dass die anstehenden sozialen Reformen den Grundzügen eines "wertegebundenen Gesellschaftssystems" entsprechen, betonte von Vietinghoff. Die Kirche könne zwar nicht selbst Politik machen, sie könne aber eine menschenfreundliche und zukunftsorientierte Politik möglich machen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3599/05.12.03)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
E-Mail: epd@lvh.de