1.500 protestieren gegen NPD-Aufmarsch in Lüneburg

Nachricht 01. Dezember 2003

Lüneburg (epd). Rund 1.500 Menschen haben am Sonnabend in Lüneburg gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD demonstriert. Im Anschluss an die Demonstration kam es dabei nach Polizeiangaben zu gewalttätigen Aktionen, als einzelne Gruppen versuchten, Polizei-Absperrungen zu durchbrechen und zu den rund 150 NPD-Anhängern zu gelangen.

Die Gegendemonstranten warfen den Angaben zufolge Steine, Flaschen und Eier. Einzelne Polizisten und Demonstranten seien dabei verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Rund 70 Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Insgesamt waren rund 2.000 Beamte im Einsatz.

Am Vormittag hatten weitere rund 500 Menschen mit einem Gottesdienst in der Lüneburger St. Johanniskirche gegen den NPD-Aufmarsch protestiert. Sie kritisierten unter anderem die ausländerfeindliche Parole der NPD "Heimreise statt Einreise - deutsche Kinder braucht das Land". Der Lüneburger evangelische Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen sagte: Wer andere Menschen ausgrenze, schlage "mitten ins menschliche Angesicht Gottes".

Der Regionalbischof rief dazu auf, für Freiheit, Gewaltlosigkeit und Menschenwürde einzutreten. Zu dem ökumenischen Gottesdienst hatten die christlichen Kirchen, die Stadt, Gewerkschaften und andere gesellschaftliche Gruppen eingeladen. Die NPD-Kundgebung war vom Verwaltungsgericht Lüneburg genehmigt worden, nachdem die Stadt Lüneburg sie zunächst verboten hatte. (epd Niedersachsen-Bremen/b3545/30.11.03)
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