Kirchen stellen 100.000 Euro für Hospiz-Stiftung bereit

Nachricht 24. November 2003

Hannover (epd). Die evangelischen und katholischen Kirchen in Niedersachsen haben 100.000 Euro zur Gründung einer Hospiz-Stiftung bereitgestellt. "Die Hospiz-Bewegung ist ein großes Hoffnungszeichen, um die Tabuisierung von Tod und Sterben in unserer Gesellschaft zu durchbrechen", sagte der Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Martin Schindehütte, vor Journalisten in Hannover.

Die Erfahrung, dass das Sterben zum Leben dazugehöre, habe für die Grundhaltung der Gesellschaft eine große Bedeutung, sagte der evangelische Theologe. Die rund 2.000 Hospiz-Mitarbeiter in Niedersachsen trügen dazu bei, dass viel mehr Menschen ihre letzte Lebenszeit zu Hause verbringen könnten. Damit dies jedoch gelinge, brauchten sowohl die Sterbenden als auch die Angehörigen und die Mitarbeitenden qualifizierte Unterstüzung.

Auch die Arbeit der Ehrenamtlichen koste Geld. "Das Wichtigste ist, dass Menschen, die Sterbende begleiten, sich auch selbst begleitet fühlen", sagte der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Martin Ostertag. Deshalb seien Vorbereitungskurse, Fortbildungen, regelmäßige Supervision und Gruppentreffen unerlässlich. Inzwischen seien mehr als 120 Hospiz-Initiativen zwischen Hann.-Münden und Wilhelmshaven tätig. Sie betreuten die Todkranken vor allem zu Hause, aber auch in Krankenhäusern und zunehmend in Pflegeheimen.

Ziel der Stiftung ist, eine Million Euro zu sammeln, um dann aus den Zinsen die ersten Projekte zu finanzieren. Schirmherr der neuen ökumenischen Stiftung, die am Freitag mit einem Festakt und einem Benefizkonzert in der katholischen Clemens-Kirche in Hannover offiziell gegründet wird, ist der frühere Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU). Die "Hospiz-Stiftung Niedersachsen - Eine Initiative der Kirchen " ist von Freitag an auch im Internet unter www.hospiz-stiftung-niedersachsen.de zu erreichen. Hinter der Stiftung stehen die evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg-Lippe, die Evangelisch-reformierte Kirche, die katholischen Bistümer Hildesheim und Osnabrück sowie der Offizialatsbezirk Oldenburg des Bistums Münster.(epd Niedersachsen-Bremen/b3423/19.11.03)

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