Von Campenhausen fordert Gottesbezug in EU-Verfassung

Nachricht 10. November 2003

Hannover (epd). Der Kirchenrechtler Professor Axel von Campenhausen hat sich für den Gottesbezug in der europäischen Verfassung ausgesprochen. Die europäische Einigung dürfe nicht mit einem Kahlschlag der nationalen Besonderheiten im Staatskirchenrecht einhergehen, sagte von Campenhausen am Wochenende bei der Jahrestagung des Vereins "Lebendige Volkskirche" (LVK) in Hannover. Die LVK ist eine konservative kirchenpolitische Vereinigung in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Die demokratische freiheitliche Verfassungsordnung schöpfe aus einer christlich-jüdischen Tradition, deren Substanz nicht durch eine strikte Trennung von Staat und Kirche, den so genannten Laizismus, gefährdet werden dürfe, betonte von Campenhausen. Die überwiegende Mehrheit der europäischen Bevölkerung gehöre einer Kirche oder einer religiösen Gemeinschaft an.

Im Gegensatz zu Campenhausen plädierte der Pariser Pastor Jerome Cottin von der französischen evangelisch-reformierten Kirche für ein säkulares und multi-religiöses Europa. Er lehnte die Idee eines christlichen Europas ab. Statt dessen forderte er die Christen auf, sich am Aufbau eines gerechteren und solidarischen Europas zu beteiligen. In den protestantischen Kirchen Frankreichs kämen bereits 15 Prozent der Pastoren aus dem Ausland, sagte Cottin. Dies wertete er als "Spur des zusammenwachsenden Europas". (epd Niedersachsen-Bremen/b3289/10.11.03)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
E-Mail: epd@lvh.de