Auf einen Blick (ergänzt 11.11.)

Nachricht 07. November 2003

Kirchenkreis wählt am 22. November Janssen-Nachfolge
Kein öffentliches Vergnügen an den "stillen Feiertagen"
Verfahren gegen Pastoren wegen Kirchenasyl
eingestellt

Evangelische Jugend nimmt Ausländer in den Blick
DBU: Kirchen sorgen mit Solaranlagen für sauberen Strom
Hannover: Diakonie macht sich für Obdachlose stark
Landeskirche erinnert an 1938 zerstörte Synagoge
Seelsorger wollen bei Castor-Transport vermitteln
Foto-Ausstellung zeigt Orte zerstörter Synagogen
Diakonie: Umbau des Sozialstaats verläuft ungerecht
Heimvolkshochschule Loccum erinnert an Marga Bührig
Kirchengemeinden legen ökumenische Erklärung vor
Schlicht neuer Leiter des Predigerseminars in Loccum

Kirchenkreis wählt am 22. November Janssen-Nachfolge

Osterholz-Scharmbeck (epd). Der Wahl eines neuen leitenden Theologen im evangelischen Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck bei Bremen steht nichts mehr im Wege. Beim Kirchenvorstand der St. Willehadi-Gemeinde in der Kreisstadt sind nach eigenen Angaben keine Einwände gegen die bisherigen Kandidaturen eingegangen. Damit werde der Kirchenkreistag in seiner Sitzung am 22. November den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Superintendent Heiko Janssen wählen, hieß es.

Beworben haben sich Pastor Ulrich Hahn (47) aus Winsen/Luhe bei Hamburg und die Pastorin Jutta Rühlemann (42) aus Melle bei Osnabrück. Sie haben sich zwischenzeitlich mit so genannten Aufstellungspredigten der Öffentlichkeit präsentiert. Ulrich Hahn ist seit August 1989 in der Jakobusgemeinde Winsen/Luhe tätig. Jutta Rühlemann arbeitet seit August 1993 an der Petri-Kirche in Melle bei Osnabrück. Heiko Janssen will Ende des Jahres in den Ruhestand gehen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3297/11.11.03)

Kein öffentliches Vergnügen an den "stillen Feiertagen"

Braunschweig (epd). Öffentliche Vergnügungen sind an den "stillen Feiertagen" im November nur eingeschränkt zulässig. Darauf hat am Montag die Bezirksregierung Braunschweig hingewiesen. Am Volkstrauertag (16. November) und am Totensonntag (23. November) sind in Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen alles Veranstaltungen verboten, die über den reinen Schank- und Speisebetrieb hinausgehen.

Diese Regelung gilt jeweils zwischen 5 Uhr und 24 Uhr, zusätzlich am Buß- und Bettag (19. November) von 7 bis 11 Uhr. Die Gastronomiebetriebe dürfen in dieser Zeit keine Unterhaltungsmusik spielen, Spielhallen müssen geschlossen bleiben. Veranstaltungen, die mit Umzügen, mit Unterhaltungsmusik oder anderen Festivitäten verbunden sind, sind ebenfalls nicht gestattet. (epd Niedersachsen-Bremen/b3291/10.11.03)

Verfahren gegen Pastoren wegen Kirchenasyl eingestellt

Hildesheim (epd). Das Amtsgericht Hildesheim hat das Verfahren gegen zwei evangelische Pastoren wegen eines Kirchenasyls in Hildesheim endgültig eingestellt. Der beklagte Pastor Gerjet Harms zahlte inzwischen eine Auflage von 500 Euro, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Seemann dem epd am Freitag. Darauf hätten sich Verteidigung, Gericht und Staatsanwaltschaft geeinigt.

Evangelische Jugend nimmt Ausländer in den Blick

Hannover/Gelnhausen (epd). Die Arbeit mit Ausländern und Aussiedlern ist ein Schwerpunkt der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (AEJ) vom 20. bis 23. November in Gelnhausen bei Frankfurt/Main. Wie die AEJ-Geschäftsstelle in Hannover am Freitag ankündigte, wird die Parlamentarische Staatssekretärin aus dem Bundesjugendministerium, Marieluise Beck, am 21. November zum Thema sprechen. Weitere Schwerpunkte werden die Integration Behinderter, die Arbeit mit Kindern, Bildung und Globalisierung sein.

Die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD) hat die Aufnahme in den Dachverband beantragt. Der AEJ haben sich 36 Mitgliedsorganisationen angeschlossen, darunter auch die Jugendarbeit der 24 Landeskirchen, sowie zwölf Partnerorganisationen. In ihnen engagieren sich mehr als 150.000 junge Menschen ehrenamtlich. Die AEJ vertritt nach eigenen Angaben als eine der größten deutschen Jugendorganisationen die Interessen von rund 1,2 Millionen Kindern und Jugendlichen. (epd Niedersachsen-Bremen/b3262/07.11.03)

DBU: Kirchen sorgen mit Solaranlagen für sauberen Strom

Osnabrück (epd). Solaranlagen auf Dächern kirchlicher Gebäude sparen jährlich mehrere tausend Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxid ein. Das teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Freitag in Osnabrück nach der Jahresauswertung 2002 ihres Förderprogramms "Kirchengemeinden für die Sonnenenergie" mit. Bundesweit beteiligten sich mehr als 700 Kirchengemeinden an dem vierjährigen Programm, das 2002 auslief.

Hannover: Diakonie macht sich für Obdachlose stark

Hannover (epd). Die Kommunen, die Wohnungswirtschaft und die sozialen Dienste sollten künftig eng miteinander kooperieren. Dies steigere die Vermittlungschancen von obdachlosen Menschen angesichts der Schrumpfung von Belegrechten und preiswerten Wohnungen, teilte die hannoversche Diakonie im Anschluss an den ersten Fachtag der Wohnungslosenhilfe im Regierungsbezirk Hannover am Donnerstag mit.

Zurzeit hätten die Betroffenen trotz großer Leerstände kaum eine Chance, eine Wohnung auf dem freien Markt zu erhalten, heißt es. Bundesweit seien 500.000 Menschen obdachlos, in Hannover 2.500. Um ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen, müsse sich die Diakonie mit eigenen Konzepten in die Diskussion einmischen.(epd Niedersachsen-Bremen/b3257/06.11.03)

Landeskirche erinnert an 1938 zerstörte Synagoge

Hannover (epd). Mit einem neu gestalteten Informationsheft erinnert die hannoversche Landeskirche an die 1938 zerstörte Synagoge in Hannover. Es erläutert auf 16 Seiten mit zahlreichen Bildern die Geschichte des jüdischen Sakralbaus in der Calenberger Neustadt, der in der Reichspogromnacht von den Nationalsozialisten zerstört und kurz darauf abgerissen wurde. Autor ist Archivdirektor Hans Otte, teilte die evangelische Landeskirche am Donnerstag mit.

Die Synagoge wurde 1864 bis 1870 nach Entwürfen des jüdischen Architekten Edwin Oppler in romanisch-gotischen Formen errichtet. Sie war mit rund 1.100 Plätzen einer der größten Sakralbauten der Stadt. Da nach dem Krieg die Straßenführung verändert wurde, ist das Grundstück nicht mehr erkennbar. Auf einem Teil steht heute das niedersächsische Wissenschaftsministerium, auf einem anderen ein Gebäude des Landeskirchenamtes. Das Heft ist vom 10. November an im Landeskirchenamt (Rote Reihe 6) kostenlos erhältlich. (epd Niedersachsen-Bremen/b3251/06.11.03)

Seelsorger wollen bei Castor-Transport vermitteln

Gorleben (epd). Kirchenvertreter aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg fordern mehr Versammlungsfreiheit während des Castor-Transports nach Gorleben in der kommenden Woche. In der Vergangenheit sei die Bewegungsfreiheit während der Transporte stark eingeschränkt gewesen, schreiben Pastorinnen, Pastoren und kirchliche Mitarbeiter in einer Stellungnahme vom Donnerstag.

Selbst Trauernde seien nicht zu Beerdigungen durchgelassen worden, die Polizei habe ganze Ortschaften abgeriegelt, kritisieren die Kirchenvertreter. Sie betonen, dass sie Castor-Transporte in das Gorlebener Zwischenlager ablehnen, weil damit auch ein Endlagerstandort Gorleben immer wahrscheinlicher werde. Zugleich wollen die Seelsorger erneut während des Castor-Transportes zwischen Polizei und Demonstranten vermitteln.

Mehr als 40 Seelsorger aus fünf evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen stehen dazu bereit. Ziel sei es, Demonstranten an die Gewaltfreiheit ihres Protestes zu erinnern und die Polizei auf die Verhältnismäßigkeit ihres Einsatzes hinzuweisen, sagte der Lüchower Propst Hans-Jürgen Wolters. Die Seelsorger wollten auch die Demonstranten begleiten, die in polizeilichen Gewahrsam genommen werden. Polizeiseelsorger werden mit den Einsatzkräften unterwegs sein.

Foto-Ausstellung zeigt Orte zerstörter Synagogen

Hannover (epd). Fotos von Orten, an denen bis 1938 Synagogen standen, sind bis Ende November im "Haus kirchlicher Dienste" in der Archivstraße in Hannover ausgestellt. Die Bilder von Ulrich Knufinke seien "stumme Zeugen einer zerstörten Welt", teilten die Initiatoren am Donnerstag mit. Knufinke mache die Lücken sichtbar. Zu sehen sind 24 Tafeln mit Parkplätzen, Garagenhinterhöfen, Bauzäunen oder Trafokästen aus Hannover, Braunschweig, Nienburg, Berlin, Leipzig oder Dresden.

Die Synagogen an diesen Orten wurden in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 von den Nationalsozialisten verwüstet. Knufinke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Braunschweig. Er erforscht seit 1994 die Geschichte jüdischer Ritualbauten. (epd Niedersachsen-Bremen/b3245/06.11.03)

Diakonie: Umbau des Sozialstaats verläuft ungerecht

Hannover (epd). Beim geplanten Umbau des deutschen Sozialstaats sind die Lasten und Leistungen nach Ansicht der Diakonie in Niedersachsen ungerecht verteilt. Der größte Eingriff zeichne sich in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ab, erklärte Diakoniedirektor Henning Brandes am Mittwoch in Hannover. Er sagte einen Abstieg besonders von Langzeitarbeitslosen und Familien mit Kindern in dauerhafte Armut voraus.

Die geplante Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe schaffe die Arbeitslosenhilfe praktisch ab, sagte Brandes als Vorsitzender der Konferenz der Diakonischen Werke in Niedersachsen. Das neue Leistungsgesetz zur "Grundsicherung für Arbeitsuchende" ließe den Betroffenen nur noch das Existenzminimum der Sozialhilfe. Viele der Menschen, die in den rund 350 Beratungsstellen der offenen sozialen Arbeit der Diakonie in Niedersachsen Rat suchten, hätten künftig deutlich weniger Geld für ihren Lebensunterhalt.

Reformen müssten sozial ausgewogen sein und dürften nicht überwiegend zu Lasten von Leistungsempfängern gehen, fordert die Diakonie. Zu den Kosten müssten alle Bevölkerungsgruppen herangezogen werden. Stattdessen gelte in der aktuellen Diskussion der Sozialstaat als Ursache der Probleme. Leistungsempfänger stünden pauschal unter Verdacht. Brandes warnte: "Ein radikaler Abbau der sozialstaatlichen Versorgung hat aber unabsehbare Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben." (epd Niedersachsen-Bremen/b3234/05.11.03)

Heimvolkshochschule Loccum erinnert an Marga Bührig

Loccum (epd). Zur Erinnerung an die Schweizer evangelische Theologin und Pädagogin Marga Bührig (1915-2002) hat die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann zu einem Seminar in die Heimvolkshochschule Loccum eingeladen. Dabei soll ein neues Tagungshaus den Namen "Marga-Bührig-Haus" erhalten, kündigte die hannoversche Landeskirche am Montag an. Zu diesem ersten "Marga-Bührig-Seminar" vom 11. bis 14. November hätten sich 20 ökumenisch engagierte Frauen aus Europa, Asien und Afrika sowie Nord- und Südamerika angemeldet.

Kirchengemeinden legen ökumenische Erklärung vor

Hannover (epd). Erstmals haben Ortsgemeinden der evangelischen Landeskirche Hannovers und des katholischen Bistums Hildesheim eine gemeinsame ökumenische Erklärung vorgelegt. Die vier Gemeinden in Hannover-Kirchrode verabreden darin eine vertiefte Zusammenarbeit und formulieren als Ziel ein gemeinsames Abendmahl, wie sie dem epd mitteilten. Die Erklärung soll am Reformationstag, dem 31. Oktober, in der Jakobi-Kirche im Stadtteil Kirchrode öffentlich vorgestellt werden.

Mit ihrer örtlichen "Charta oecumenica" wollen die Gemeinden Anstöße des Ökumenischen Kirchentags von Berlin im Juni 2003 fortführen. Die konfessionelle Trennung und die Abgrenzung der Gemeinden untereinander stünden der christlichen Botschaft häufig entgegen, schreiben sie. Sie erinnern dabei an die Gründung einer christlichen Gemeinde in Kirchrode vor 800 Jahren und vereinbaren eine gemeinsame Jahresplanung und wechselseitige Gastpredigten. (epd Niedersachsen-Bremen/b3163/30.10.03)

Schlicht neuer Leiter des Predigerseminars in Loccum

Loccum/Clausthal-Zellerfeld (epd). Der Studentenpastor Matthias Schicht aus Clausthal-Zellerfeld wird neuer Konventual-Studiendirektor im Kloster Loccum. Der 41-jährige promovierte Theologe leitet von Dezember an die Ausbildung angehender evangelischer Pastorinnen und Pastoren im Predigerseminar des Klosters, teilte der Kirchenkreis Stolzenau-Loccum mit.

Schlicht wird Nachfolger von Michael Wohlgemuth, der nach siebenjähriger Amtszeit als Studiendirektor Pastor in Klein Hehlen bei Celle wird. Die hannoversche Landeskirche unterhält zwei Predigerseminare in Loccum und Celle. (epd Niedersachsen-Bremen/b3161/30.10.03)

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