Landeskirche trauert um Heinz Zahrnt

Nachricht 01. November 2003

Im Alter von 88 Jahren verstarb am Samstag der durch zahlreiche Bücher und Vorträge bekannte Theologe Dr. Heinz Zahrnt. Wie Gott in der modernen Welt erfahrbar werden kann, ist das Thema, das sein Lebenswerk bestimmte. Bekannt wurde er mit dem Buch „Die Sache mit Gott“, das gegen die „Gott-ist-tot“-Theologie Stellung bezog. „Gott kann nicht sterben. Wider die falschen Alternativen in Theologie und Gesellschaft“ oder „Gotteswende. Christsein zwischen Atheismus und Neuer Religiosität“ markieren ebenso wie „Jesus aus Nazareth. Ein Leben“ die Stationen seines Programms der theologischen Aufklärung in der modernen Gesellschaft.

„Heinz Zahrnt hat für viele Menschen formuliert, wie Glaube und Vernunft in ein verstehbares Verhältnis kommen.“ würdigte Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann den verstorbenen Theologen. „Als Schriftsteller, als Chefredakteur des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes und als Kirchentagspräsident hat er entscheidend zur Sprachfähigkeit des Protestantismus in Deutschland beigetragen. Ich bin dankbar für viele intensive Gespräche mit ihm. Bis zuletzt hat er engagiert die Zukunftsperspektiven des Deutschen Evangelischen Kirchentags mit beraten. Wir haben einen großen sprachkompetenten deutschen Protestanten verloren.“

„Für das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt war er über Jahrzehnte das theologische Aushängeschild“, sagte Landesbischof i.R., D. Horst Hirschler zum Tode des Theologen. Hirschler war der letzte Herausgeber des von Landesbischof Hanns Lilje 1948 gegründeten Sonntagsblattes. „Mit großer Neugier und vielfacher Zustimmung“, so Hirschler, haben wir damals sein Jesusbuch gelesen. Bei den Kirchentagen hat Zahrnt es fertig gebracht, große Mengen zu begeistern. Er sprach und schrieb mit großer Lust auf gegenwartsbezogenes theologisches Denken. Wir sind dankbar, dass wir ihn hatten.“

Der ehemalige Pfarrer der hannoverschen Landeskirche Heinz Zahrnt lebte in Soest und war nach dem Tod seiner ersten Frau mit Dorothee Merseburger-Zahrnt verheiratet. Als Sohn eines Bankdirektors am 31. Mai 1915 in Kiel geboren, studierte er Theologie in seiner Heimatstadt, in Marburg und Tübingen. Nach seiner Assistentenzeit in Wien war er vier Jahre lang Soldat. Nach dem Krieg war er Pfarrer in Rosenheim und Hochschulpfarrer in Kiel. 1950 bis 1975 leitete er das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt. Zahrnts Lebensweg ist eng mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag verbunden. Er war von 1960 bis 1999 Präsidiumsmitglied und von 1971 bis 1973 Kirchentagspräsident.