Landesbischöfin: Schutz des Embryos darf nicht in Frage gestellt werden

Nachricht 31. Oktober 2003

Landesbischöfin Margot Käßmann warnt davor, den gesetzlich geregelten Schutz des Embryos in Frage zu stellen.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hatte dafür plädiert, eine Lockerung des Stammzellgesetzes in Erwägung zu ziehen. In einer Rede beim Humboldtforum der Humboldt-Universität zu Berlin sagte sie: Einem Embryo, der sich in vitro befindet, "fehlt eine wesentliche Voraussetzung dafür, sich aus sich heraus zum Menschen ... zu entwickeln."

Bei einer Veranstaltung in der Medizinischen Hochschule Hannover sagte Landesbischöfin Käßmann: "Das Stammzellgesetz stellt einen für viele bereits problematischen gesetzlichen Kompromiss zwischen Forschungsfreiheit und Schutz des Embryos dar, der nach intensiver Diskussion erzielt wurde. Mich schockiert, dass dies jetzt en passant in Frage gestellt wird. Ich kann nur davor warnen, die klaren Grenzen der gesetzlichen Regelungen zum Schutz des Embryos in Frage zu stellen. Wenn dem Embryo der Würdeschutz abgesprochen wird, bröckelt der Würdeschutz insgesamt. Die Begriffswahl "künstlich erzeugter Embryo" soll hier offensichtlich eine Abkehr vom Embryonenschutzgesetz erleichtern. Im Embryo aber ist ein Mensch vollständig angelegt. Er kann nicht einfach zur Forschung frei gegeben werden. Das hätte über kurz oder lang fatale Konsequenzen."

Den Vortrag der Landesbischöfin kann man auf der Seite "Landesbischöfin" abrufen.