Kindergebete-Buch bietet Einblick in "Kinderseelen"

Nachricht 05. Oktober 2003

Hannover (epd). Mehr als 600 Kindergebete sind in einem neuen Buch des Lutherischen Verlagshauses in Hannover gesammelt. Unter dem Titel "Lieber Gott, hör uns mal zu ..." präsentieren der Verlag und die evangelische Arbeitsstelle Kindergottesdienst in Hannover darin die Ergebnisse einer Aktion in Grundschulen, Kindergärten und Kirchengemeinden, teilte der Verlag am Freitag mit. Die Kinder waren aufgerufen, selbst ausgedachte Gebete einzuschicken.

Insgesamt sandten Kinder von drei bis zehn Jahren mehr als 1.000 Gebete und zahlreiche Zeichnungen ein, von denen die Herausgeber auf 204 Seiten eine Auswahl vorstellen. Die Gebete seien zum Teil "sehr ergreifend", schreibt die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann im Vorwort: "Sie zeigen etwas von Ängsten und Traurigkeiten, aber auch Beispiele von Glück und Dankbarkeit."

Das Buch biete Einblicke "in die Tiefen der Kinderseelen", führt Herausgeber Albert Wieblitz aus. Die Texte hielten "geheime Wünsche, Träume und Hoffnungen, aber auch Ängste und Nöte" fest. In den Gebeten wünschen sich die Kinder mal ein neues Pferd, mal aber auch nur einen Bleistift. Viele Gebete haben einen sehr pragmatischen Alltagsbezug. Vorherrschende Themen sind dabei das Essen ("Danke für die Nudeln!"), Fußball und Haustiere: "Lieber Gott, mach, dass ich heute keinen Ball ins Tor lasse!" oder "Lieber Gott, wie geht es meinem Hasen? Er ist tot. Amen."

Ein Junge schreibt: "Lieber Gott im Himmel, schenke mir einen Freund, der mich respektieren kann als seinen besten Freund. Denn ich bin so oft allein und möchte nicht mehr traurig sein." Beten sei unter Kindern beliebter als allgemein angenommen, sagte Lektorin Corina Kruse-Roth vom Verlag: "Anfangs waren wir ein wenig skeptisch, ob Kinder heute überhaupt noch beten. Aber sie tun es in überraschendem Maße." (epd Niedersachsen-Bremen/b2799/26.09.03)

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