Kirche warnt vor finanziellen Zwängen für Diakonie

Nachricht 15. September 2003

Hannover (epd). Der geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Martin Schindehütte, hat davor gewarnt, die Arbeit der Diakonie nur nach wirtschaftlichen Kriterien zu beurteilen. Der Theologe hat nach Angaben des Kirchenkreises in Peine kritisiert, dass soziale Einrichtungen in immer größer werdende finanzielle Zwänge gerieten.

Dieser Druck könne dazu führen, dass die Kirche eines ihrer wesentlichen Handlungsfelder verliere. Die Diakonie und die Kirche seien dem christlichen Menschenbild verpflichtet. Die Leitfrage für die Sozialpolitik dürfe nicht lauten "Was sind wir bereit zu zahlen?" Sie müsse sich vielmehr nach den Bedürfnissen der Menschen richten. Eine Budgetisierung sei nicht sinnvoll, wenn Preise nur noch "diktiert und festgesetzt würden".

Die Diakonie müsse sich auch in Zukunft an maximaler Pflegequalität und optimalen Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter orientieren, sagte Schindehütte. Damit sie ihren gesellschaftlichen Stellenwert behaupten könne, seien Transparenz und Nachvollziehbarkeit nötig. Schindehütte forderte deshalb eine Leitbilddiskussionen und ein Qualitätsmanagement für die diakonische Arbeit. (epd Niedersachsen-Bremen/b2640/11.09.03)

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