Hannover: Finanzierung der Jugendkirche beschlossen

Nachricht 11. September 2003

Hannover (epd). Der hannoversche Stadtkirchentag hat am Mittwochabend der Finanzierung der neuen Jugendkirche zugestimmt. Mit vier Gegenstimmen und fünf Enthaltungen sprach sich das Parlament der evangelischen Gemeinden dafür aus, den Umbau der Lutherkirche mit 670.000 Euro zu bezuschussen. Voraussetzung sei, dass die hannoversche Landeskirche 300.000 Euro davon übernehme.

Die erste Jugendkirche Norddeutschlands soll nach Angaben von Stadtjugendpastor Martin Bergau im August nächsten Jahres eröffnet werden. Zunächst sei ein Projektzeitraum von fünf Jahren geplant. "Ich gehe aber davon aus, dass es ein Experiment mit Aussicht auf Dauer ist", sagte Bergau.

Die Lutherkirche in der Nordstadt wird von dem hannoverschen Innenarchitekten Professor Bernd Rokahr umgebaut. Unter anderem soll im Kirchenschiff ein transparenter Glaskubus entstehen, der als Cafe genutzt wird. Auf die Beschallung und Videotechnik soll besonderer Wert gelegt werden. Der spirituelle Kirchenraum bleibe auf jeden Fall erhalten, sagte Bergau weiter. Studien zeigten, dass Jugendliche von "durchbeteten Räumen" fasziniert seien.

Die Jugendkirche für Menschen zwischen 9 und 27 Jahren will auch Jugendliche ansprechen, denen die Kirche fremd ist, betonte der Theologe. Sie soll von und mit den Heranwachsenden gestaltet werden. Ein Pastor, ein Diakon und ein Kulturpädagoge sollen das Projekt hauptamtlich betreuen. Schwerpunkte der Jugendkirche seien jugendgemäße Gottesdienste, Seelsorge und Beratung, aber auch Bildung, Freizeit, Musik und Kultur.

Außerdem beschloss der Stadtkirchentag, sein Musikprojekt "Kinder, Kirche und Musik (KiKiMu)" zunächst bis Ende 2006 weiterzuführen. In der kirchlichen Musikschule werden zurzeit 420 Kinder und Jugendliche in 90 Gruppen von drei Kantorinnen und Kantoren und der Projektleiterin betreut.

KiKiMu arbeitet dezentral in insgesamt 26 Kirchengemeinden der Stadt. Die Kinder erhalten unter anderem Unterricht in Orgel, Klavier, Keyboard, Blockflöte, Gitarre und am Schlagzeug. Sie treten bei Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen auf. Rund 70 Prozent der Kosten werden derzeit durch die Elternbeiträge gedeckt. Langfristig will sich das Projekt selbstständig finanzieren. (epd Niedersachsen-Bremen/b2650/11.09.03)

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