Landesbischöfin fordert Mitsprache der Kirchen auf UN-Ebene

Nachricht 30. Juli 2003

Winnipeg (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat eine stärkere Präsenz der Kirchen bei internationalen Verhandlungen über den Welthandel, den Nord-Süd-Konflikt und Aids gefordert. "Ich wünsche mir, dass der Lutherische Weltbund für uns eine größere Rolle auf Weltebene spielt", sagte Käßmann bei der Vollversammlung des Weltbundes in Winnipeg (Kanada) in einem epd-Gespräch. Theologie und politisches Engagement seien "keine zwei unterschiedlichen Reiche".

"Wir brauchen ein starkes Instrument, das auf Weltebene für uns reden und handeln kann", fügte die Bischöfin der mitgliederstärksten deutschen Landeskirche hinzu. In Winnipeg gebe es einen starken Druck von Delegierten aus Entwicklungs- und Industrieländern, "nicht bei der Rede von der Heilung stehen zu bleiben, sondern konkrete Schritte zu gehen", sagte die evangelische Theologin mit Bezug auf das Leitwort der Vollversammlung "Zur Heilung der Welt".

Unter den Teilnehmern der lutherischen Weltkonferenz ist nach den Worten der Bischöfin "große Entschlossenheit" erkennbar, sich als Kirche bei zahlreichen Themen "in andere große Bewegungen wie das Weltsozialforum" einzuordnen und die Vereinten Nationen zu stärken. Der "Wille zur politischen Aktion" werde angesichts des zunehmenden Leids in Entwicklungsländern immer stärker.

Der Lutherische Weltbund (LWB) vertritt weltweit 136 Kirchen mit 61,7 Millionen Mitgliedern in 76 Ländern. Die Vollversammlung, die bis zum 31. Juli in Winnipeg tagt, ist das höchste Entscheidungsgremium des LWB und tritt alle sechs Jahre zusammen. (epd Niedersachsen-Bremen/b2300/25.07.03)

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