Diakonie fordert Heimat für geduldete Flüchtlinge

Nachricht 14. Juli 2003

Hannover (epd). Mit einem "Riesenposter" an der Christuskirche in Hannover will sich die Diakonie für Flüchtlinge einsetzen. Langfristig geduldete Flüchtlinge brauchten eine sichere Aufenthaltsgenehmigung, forderte Diakonie-Direktor Henning Brandes am Montag in Hannover. Das acht Meter breite Plakat mit der Aufschrift "Heimat ist Diakonie" soll am Mittwochmorgen von so genannten "Industrie-Alpinisten" an der Kirche angebracht werden.

In Niedersachsen leben nach Angaben der evangelischen Diakonie rund 25.000 Ausländer mit einer Duldung. Die meisten seien aus Kriegsgebieten geflohen. 15.000 von ihnen seien seit mehr als fünf Jahren im Land, erhielten aber immer nur kurzfristig verlängerte Duldungen. Damit hätten sie einen rechtlich ungesicherten Status, könnten kaum arbeiten und hätten oft nur Gutscheine zum Einkaufen. Den Kindern bleibe selbst bei gutem Schulabschluss der Ausbildungsweg versperrt, kritisierte Brandes.

Die Diakonie fordert gemeinsam mit Kirchen, Gewerkschaften und anderen Verbänden die niedersächsische Landesregierung auf, "sich für diese Flüchtlinge stark zu machen, damit das Potenzial dieser Menschen genutzt wird". Brandes mahnte: "Die derzeitige Situation verlangt einen Aufschrei aller, die das Leid der Flüchtlinge nicht unberührt lässt." Beim Anbringen des Plakates werden sich Brandes und eine yezidische Flüchtlingsfamilie aus der Türkei beteiligen. (epd Niedersachsen-Bremen/b2169/14.07.03)

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