Bündnis protestiert gegen Fernseh-Werbung für Telefonsex

Nachricht 05. Juli 2003

Hannover (epd). Ein Bündnis aus Kirche und Arbeitswelt, Sport und Frauenverbänden hat gegen nächtliche Telefonsex-Werbung und kommerzielle Sex-Clips im Fernsehen protestiert. Darin werde "ein Bild der Frauen vermittelt, das einer Ware gleichkommt, die nur kommerziellen Zwecken dient", schreiben sie in einem am Freitag bekannt gewordenen Brief an die Rundfunkveranstalter. Vielen Zuschauerinnen und Zuschauern werde durch derartige "Überraschungen" das Fernsehen nach 23 Uhr regelrecht vergällt.

Die Werbung für Telefonsex-Dienste und Sex-Seiten im Internet habe sich programmübergreifend "über Stunden hinweg zu einer ausgedehnten Programmfläche verdichtet, der sich nächtliche TV-Zuschauer kaum noch entziehen können". Ein Werbeblock könne sich bis zu einer Länge von 15 Minuten hinziehen. Durch aufdringliche, aufreizende und aggressive Gestaltung werde das Frauenbild darauf reduziert, dass Frauen allein der sexuellen Stimulierung und Befriedigung dienten.

Ebenso einseitig und gefährlich sei das indirekt vermittelte Bild ewig lüsterner Männer. Die Unterzeichner sprechen von einem "massiven Verstoß gegen die Menschenwürde". Sie rufen die Verantwortlichen auf, mit der Rundfunkfreiheit verantwortungsvoll umzugehen. Unterzeichnet ist der Brief von Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche, der jüdischen Gemeinden, der Unternehmerverbände, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, des Landessportbundes und des Landesfrauenrates in Niedersachsen. (epd Niedersachsen-Bremen/b2068/04.07.03)

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