Niedersachsen startet nach den Ferien Islam-Unterricht

Nachricht 05. Juli 2003

Hannover (epd). Niedersachsen startet nach den Sommerferien an acht Grundschulen einen Schulversuch zum islamischen Religionsunterricht. "Der Unterricht wird in deutscher Sprache von erfahrenen muslimischen Lehrkräften erteilt", teilte Kultusminister Bernd Busemann (CDU) am Mittwoch mit. Der Lehrplan sei gemeinsam mit den islamischen Glaubensgemeinschaften in Niedersachsen erarbeitet worden. Muslimische Eltern würden unverzüglich über das Angebot informiert.

Busemann grenzte das neue Fach scharf gegen den Unterricht in Koranschulen ab. Es gehe um die altersgemäße Auseinandersetzung mit Glaubensinhalten: "Mit blinder Übernahme oder unreflektierter Imitation traditioneller Formen der Glaubenspraxis hat das nichts zu tun." Das neue Fach sei ein Beitrag zur Integration und fördere Toleranz. Es soll in Hannover, Osnabrück, Salzgitter, Rotenburg/Wümme, Melle, Hann. Münden, Garbsen und Lehrte erprobt werden.

Laut Busemann wird der islamische Religionsunterricht nach Möglichkeit auf einen Schuljahrgang bezogen und nicht schuljahrsübergreifend angeboten. Mindestens zwölf Schülerinnen und Schüler müssen angemeldet sein, damit der Unterricht stattfinden kann. Die Lehrer hätten an einer einführenden Fortbildung teilgenommen. Die Glaubensrichtung der "Aleviten" konnte dem Lehrplan nach Angaben des Ministers nicht zustimmen. Der Unterricht sei aber auch für Kinder dieser Richtung offen. (epd Niedersachsen-Bremen/b2028/02.07.03)

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