Landesbischöfin: Reformen müssen auch die Reichen belasten

Nachricht 23. Juni 2003

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat gefordert, notwendige Reformen nicht allein auf Kosten von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern zu planen. Auch die Reichen müssten belastet werden, sagte sie am Freitag vor der Landessynode in Hannover. Sie forderte ein umfassendes Konzept mit einer Balance zwischen Eigenverantwortung und Gemeinwohl.

Als mögliche Instrumente nannte Käßmann die Steuerreform, eine Vermögenssteuer und die Streichung von Subventionen. "Wir haben ganz klar zum Schutz der Schwachen zu stehen", sagte sie. Bei Kindern und Jugendlichen zu viel zu sparen, würde langfristig mehr Probleme schaffen. Die Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers setzte sich besonders für den Erhalt der Jugendwerkstätten ein, die benachteiligte Jugendliche für den Arbeitsmarkt qualifizieren.

Der Präsident der Landessynode, der Jurist Albrecht Bungeroth (Gifhorn), sagte, die Kirche könne nicht für den Staat einspringen, wenn sich dieser aus sozialen Arbeitsfeldern zurückziehe. Eckhart von Vietinghoff, Präsident des Landeskirchenamtes, würdigte einen konstruktiven Umgang der Landesregierung mit Kirche und Diakonie. Das gemeinsame Nachdenken ändere aber nichts an der Notwendigkeit, die Erwartungen an die öffentlichen Hände zurückzuschrauben. (epd Niedersachsen-Bremen/b1894/20.06.03)
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