Fricke-Zieseniss wird Pastor der deutschsprachigen Gemeinde in Rom

Nachricht 13. Juni 2003

Im Beisein des Auslandsbischofs der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Rolf Koppe, wird am Sonntag, den 15. Juni, der neue Pastor der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Rom, Matthias Fricke-Zieseniss, in sein Amt eingeführt. Fricke-Zieseniss ist von der EKD in die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien (ELKI) entsandt und wird in seiner sechsjährigen Amtszeit auch die Interessenvertretung der EKD in Rom wahrnehmen.

Es habe ihn schon frühzeitig gereizt, "über den eigenen Tellerrand zu schauen", erklärt der 42jährige Pastor, der in seiner Tätigkeit für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers zuvor eine Gemeinde in der Nähe der niedersächsischen Landeshauptstadt geleitet hat. Nach dem Studium und dem Vikariat verbrachte er bereits zwei Jahre auf einer Projektstelle in Rom und beschäftigte sich in dieser Zeit mit evangelischer Gemeindearbeit in einer Diasporasituation. "Die Minderheitensituation als Protestanten in Rom zwingt einen, sich stärker auf die eigenen Wurzeln zu besinnen", beschreibt Fricke-Zieseniss den Leitgedanken seiner Arbeit.

Seine Tätigkeit in Rom sei in manchen Aspekten sehr verschieden von der Arbeit in Deutschland. "In meiner deutschen Gemeinde hatte ich rund 3500 Mitglieder, in Rom sind es nur 350. Da erlebt man natürlich eine viel größere Intensität in den Beziehungen, das finde ich toll." Veranstaltungen müssten längerfristig geplant werden, denn die Gemeindemitglieder lebten weit verstreut. "Für eine 85jährige Frau aus der Gemeinde ist es zum Beispiel völlig normal, am Sonntag eine Stunde mit dem Bus zum Gottesdienst zu fahren", erzählt Fricke-Zieseniss.

Am Anfang sei es auch ungewohnt, dass die Gemeinde "völlig allein" sei: die nächsten deutschsprachigen Gemeinden sind in Neapel und Florenz. Dafür könne man ökumenische Veranstaltungen mit der Diözese Rom oder mit den umliegenden Konventen organisieren: "Dann haben Sie die Kirche im Handumdrehen voll schwarzgekleideter Mönche", lacht der Pastor.

Für die EKD sei wichtig, einen Repräsentanten vor Ort zu haben, der zum Beispiel Kontakte zum Vatikan herstellen kann, erklärt Paul Oppenheim, Referent für Nord- und Westeuropa im Kirchenamt der EKD. Ende Oktober steht für Matthias Fricke-Zieseniss eine besondere organisatorische Herausforderung an: der EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock wird den Gottesdienst zum Reformationstag in Rom feiern, der auch im deutschen Fernsehen übertragen wird.

Hannover, den 13. Juni 2003 Pressestelle der EKD Silke Fauzi

Weitere Informationen zur deutschsprachigen Gemeinde in Rom finden Sie unter http://web.tiscali.it/comevlutroma/