Käßmann widerspricht Kock: Nein zum Kopftuch!

Nachricht 11. Juni 2003

Bischöfin: Das islamische Kopftuch ist auch ein Zeichen der Unterdrückung von Frauen
H a n n o v e r (idea) – In der EKD gibt es keine einheitliche Linie zum “Kopftuchstreit”. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann widersprach der Auffassung des EKD-Ratsvorsitzenden Manfred Kock (Köln), der gegen das Kopftuchtragen muslimischer Lehrerinnen an deutschen Schulen keine Einwände hat. Käßmann erklärte gegenüber idea, sie hoffe, daß das Bundesverfassungsgericht das Tragen islamischer Kopftücher durch Lehrerinnen im Unterricht verbiete. Der Staat garantiere die Religionsfreiheit, habe sich aber neutral zu verhalten. Käßmann: “In der Türkei ist das Kopftuchtragen in Schulen verboten, da wäre es doch merkwürdig, wenn es bei uns erlaubt wäre.” Das Kopftuch sei bei Musliminnen auch ein Zeichen von Unterdrückung der Frauen. Viele Schülerinnen stünden unter großen Druck, sich zu verhüllen. Es könne nicht sein, daß in Deutschland eine längst überwundene Unterdrückung der Frau über die Hintertür einer muslimischen Kultur wieder eingeführt werde. Kock hatte dagegen erklärt, daß äußere Erkennungsmerkmale religiöser Bekenntnisse wie das Kopftuch in der Schule das Verständnis für andere Kulturen erleichterten. (069/070/2003/11)
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