Religionsunterricht für muslimische Schüler

Nachricht 02. Juni 2003

Hannover (epd). Für muslimische Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen wird vom kommenden Schuljahr an ein islamischer Religionsuntericht in deutscher Sprache an acht Grundschulen des Landes angeboten. Bisher gebe es lediglich in Bayern ein vergleichbares Vorhaben, teilte das Kultusministerium am Freitag in Hannover mit. Von den rund 983.000 Schülern an allgemein bildenden Schulen seien etwa 40.000 Muslime.

Der Unterricht soll in jedem Regierungsbezirk an zwei Schulen erteilt werden. Er erfolge nach den Bestimmungen des Niedersächsischen Schulgesetzes und sei zunächst bis 2007 befristet, heißt es weiter. Noch bis Ende Juni würden muslimische Lehrkräfte, die bereits muttersprachlichen Unterricht geben, fortgebildet. Pro Schule müssten sich mindestens zwölf Schüler anmelden.

Nach Angaben des Ministeriums haben mit den Vertretern der Sunniten und Schiiten rund 90 Prozent der Muslime in Niedersachsen dem Lehrplan zugestimmt. Dagegen sähen sich die Aleviten zurzeit nicht in der Lage, ihre gegensätzlichen Glaubensauffassungen im Unterricht zu überbrücken. (epd Niedersachsen-Bremen/b1623/30.05.03)


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