Kirchen: Schulen sollen "Bildungsferne" fördern

Nachricht 16. Mai 2003

Hannover (epd). Schülerinnen und Schüler aus "bildungsfernen Schichten" brauchen nach Auffassung der niedersächsischen Kirchen besondere Unterstützung. In dem geplanten Schulgesetz der Landesregierung müsse ihre Förderung ein Schwerpunkt sein, sagte die hannoversche Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track am Donnerstag bei einer Anhörung des Kultusausschusses des Landtages zu der Gesetzesvorlage in Hannover.

Die Gesellschaft trage eine besondere Verantwortung dafür, diese Kinder in die Arbeits- und Lebenswelt zu integrieren, betonte die Beauftragte für Schulangelegenheiten der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Zudem müsse der Bildungsauftrag konkretisiert werden. Er beschränke sich in der Vorlage größtenteils auf Wissensvermittlung. Gerade der Religionsunterricht trage dazu bei, dass auch Kernkompetenzen wie "Verstehen von Welt, soziale Verantwortung oder ethische Grundbildung" im Unterricht vermittelt würden.

Die Kirchen unterstützten nachdrücklich eine enge Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen, sagte Gäfgen-Track weiter. Sie böten dem Land an, bei der Weiterentwicklung einer eigenständigen Pädagogik für die Kindergärten mitzuwirken. Die Kirchen begrüßten, dass den Schulen in freier Trägerschaft in dem neuen Gesetz "eine wichtige Aufgabe zur Herstellung der Vielfalt im Schulwesen" zugeschrieben werde.

Professor Felix Bernard vom Katholischen Büro Niedersachsen schlug vor, die Realschule um eine Klasse 11 zu erweitern. So könnten die Schüler auf den Besuch des weiterführenden Gymnasiums vorbereitet werden, und die Attraktivität der Realschule werde erheblich gesteigert. Weiter regte Bernard an, dass die Grundschulen bereits in dem Halbjahreszeugnis der Klasse 4 eine Empfehlung für die weitere Schullaufbahn abgeben sollten, wie dies in anderen Bundesländern auch gehandhabt werde. (epd Niedersachsen-Bremen/b1357/08.05.03)
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