Landesbischöfin fordert Verwirklichung elementarer Lebensrechte

Nachricht 30. April 2003

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat dazu aufgerufen, elementare Lebensrechte wie Wohnung, Nahrung, Bildung, Obdach und Arbeit für alle Menschen zu verwirklichen. Die Botschaft des 1. Mai bestehe darin, für diese Rechte über sämtliche Grenzen hinweg gemeinsam einzutreten, sagte Käßmann am Dienstagabend in der hannoverschen Marktkirche bei einem Gottesdienst zum "Internationalen Tag der Arbeit".

In der Welt der Globalisierung liege Ungerechtigkeit auf der Hand, auch wenn sie gern ignoriert werde, sagte die evangelische Theologin: "Es kann nicht verantwortet werden, dass die Näherin für Sportschuhe in Südkorea 70 Cent die Stunde verdient, der Schuh hier 100 Euro kostet und der Werbeträger eine Million Euro vom Sponsor erhält."

Globalisierung sei nicht mit dem Ziel des Profits für wenige, sondern nur mit dem Ziel sozialer Gerechtigkeit für alle zu befürworten. Dazu gehöre, Subventionen abzubauen und Märkte zu öffnen. Internationale Sozialstandards, wie sie von der internationalen Arbeitsorganisation erarbeitet worden seien, und Verhaltenskodizes internationaler Konzerne müssten eingehalten werden, betonte die Bischöfin.

Weiter forderte Käßmann, das Thema Gerechtigkeit nicht verflachen zu lassen. Es sei wichtig, dass sich jeder "kräftig einmische in diese Welt". Dies sei ein Gebot Gottes: "Gott macht Gerechtigkeit, indem er uns Hoffnungsbilder einer Kontrastgesellschaft schenkt, eine Anleitung zum Glücklichsein." (epd Niedersachsen-Bremen/b1215/29.04.03)

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