Päpstliches Lehrschreiben zum gemeinsamen Abendmahl - Stellungnahmen

Nachricht 22. April 2003

Die Enzyklika im Wortlaut und Stellungnahmen:

Die "Enzyklika ECCLESIA DE EUCHARISTIA über die Eucharistie in ihrem Verhältnis zur Kirche" im Wortlaut

Catholica-Beauftragter der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich

Kirchenamt der EKD

Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann

Konfessionskundliches Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim


V a t i k a n s t a d t (idea) – Papst Johannes Paul II. ist weiterhin gegen ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche wird am Gründonnerstag ein Lehrschreiben unterzeichnen, in dem er alle Katholiken vor einer Teilnahme an solchen überkonfessionellen Feiern warnt. Angesichts der fortbestehenden Lehr- und Verständnis-Unterschiede vom Wesen der Eucharistie würden sie sonst einer “Zweideutigkeit” Vorschub leisten, meint der Papst.

Die Debatte um das gemeinsame Abendmahl ist vor dem Ökumenischen Kirchentag wieder aufgeflammt. Während des Christentreffens vom 28. Mai bis 1. Juni in Berlin wollen einige Gruppen außerhalb des offiziellen Programms und gegen den Willen der katholischen Kirche alle Getauften an den “Tisch des Herrn” bitten. Drei konfessionskundliche Institute sehen aufgrund bereits bestehender Ausnahmeregelungen keinen Hinderungsgrund. Schmerzlich ist die Trennung am “Tisch des Herrn” vor allem für konfessionsverschiedene Ehen.

Erst am 11. April hatte der Papst das Thema in einer Privataudienz mit dem Präsidenten des Lutherischen Weltbundes (LWB), Altlandesbischof Christian Krause (Wolfenbüttel), erörtert. Krause sagte, die lutherische Seite sei sich der Probleme bewußt, die die katholische Kirche davon abhalte, Lutheranern eucharistische Gastfreundschaft in derselben Weise zu gewähren, wie dies umgekehrt beim Abendmahl schon geschehe. “Unsere Gemeinden warten auf dieses sichtbare Zeichen und diese lebendige Erfahrung der Einheit in Christus”, mahnte Krause.

Der LWB repräsentiert rund 61,7 Millionen der insgesamt 65,4 Millionen Lutheraner. Der Papst ist das Oberhaupt von über einer Milliarde Katholiken. (044/2003/2)
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