Ausstellung zu 100 Jahren Konfirmationsmode

Nachricht 09. April 2003

Oldenburg (epd). Den Wandel der Konfirmationsmode vom hoch geschlossenen schwarzen Kleid bis hin zur kreischend orangefarbiger Krawatte zum Nadelstreifenanzug zeigt eine Ausstellung, die im Oldenburger Stadtmuseum vom 6. April an zu sehen ist. Oldenburger Studentinnen der Textilwissenschaften hätten diese besondere Mode als Spiegel der Gesellschaft im vergangenen Jahrhundert erforscht, sagte der Kulturwissenschaftler Kurt Dröge
am Freitag dem epd.

In der Ausstellung seien mehr als 330 Exponate rund um die Konfirmation zu sehen, sagte Dröge. Darunter seien auch Kleider mit eigenem "Lebenslauf": Sie wurden der Not der Zeit gehorchend mehrfach umgearbeitet. So wurde aus einem traditionell schwarzen Hochzeitskleid von 1930 ein Konfirmationskleid von 1945 und endlich ein Tanzkleid für die 50er Jahre.

Nach Ansicht Dröges spiegelt die Mode in der Kirche auch die gesellschaftliche Entwicklung wider: Bis in die späten 60er Jahre hinein sei die Kleidung vor dem Altar streng und feierlich gewesen. Mit der Protestkultur der späten 60er und frühen 70er Jahre sei auch die Mode freier geworden. "Plötzlich war alles erlaubt", sagte Dröge: "Der Schnitt der Kleidung und der Haare von Maxi bis Mini und vor allem viel Farbe."

Die Ausstellung "Konfirmation - Ein Fest und seine Kleidung" läuft vom 6. April bis zum 11. Mai im Oldenburger Stadtmuseum. Zu der Ausstellung ist auch ein gleichnamiger Katalog mit zahlreichen Fotografien erschienen. (epd Niedersachsen-Bremen/ b1000/ 04.04.03)
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