Irak-Krieg: Links / Infos

Nachricht 07. April 2003

Käßmann kritisiert religiöse Sprache von Präsident Bush

Friedenskette zwischen Osnabrück und Münster geschlossen

Tausende demonstrieren in Hannover gegen Irak-Krieg

Diakonie bittet um Spenden für Opfer des Irak-Krieges

Friedensandachten der Landesbischöfin

Aufruf zum Friedensgebet

Niedersächsische Bischöfe protestieren gegen den Irak-Krieg

Friedensgebete auf der Homepage des Hauses kirchlicher Dienste

Kirchliche Stellungnahmen zum Irakkonflikt
- mit der Gemeinsamen Erklärung von EKD, DBK und ACK vom 20.3.

Pressemitteilungen aus den Gliedkirchen der EKD

epd-Spezial zum Irakkrieg

Friedensgebete (Bayern)

Themen-Special bei www.predigten.de

Friedensgebete bei den Göttinger Predigten im Internet

Kirche gegen den Krieg - Webseite der Ev. Kirche in Hessen und Nassau


Käßmann kritisiert religiöse Sprache von Präsident Bush

Osnabrück (epd). Der hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat den religiösen Sprachgebrauch des US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush kritisiert. Bush missbrauche seine Gebete als Kriegslegitimation, sagte die evangelische Bischöfin am Freitag in Osnabrück. Sie kritisierte, dass Bush als oberster Kriegsherr "Gott im Munde" führe.

Käßmann appellierte an die Christen der Region Osnabrück, sich an der für Sonnabend geplanten Friedenskette zwischen Münster und Osnabrück zu beteiligen. Sie zeigte sich erfreut darüber, "dass die Kirchen in aller Welt diesen Krieg ablehnen". (epd Niedersachsen-Bremen/b0928/28.03.03)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
E-Mail: epd@lvh.de


Friedenskette zwischen Osnabrück und Münster geschlossen

Ladbergen/Kr. Steinfurt (epd). Mehrere zehntausend Menschen haben am Sonnabend eine Menschenkette zwischen Osnabrück und Münster geschlossen, um gegen den Irak-Krieg zu protestieren. In der westfälischen Gemeinde Ladbergen, etwa auf der Mitte der 52 Kilometer langen Distanz, trafen sich die beiden Teilstrecken. Nach Angaben der Organisatoren war die Kette bis auf einen kleinen Abschnitt südlich Ladbergen auf ganzer Länge geschlossen.

Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen versammelten sich in Ladbergen mit Muslimen, Buddhisten und Baha'i zu einem interreligiösen Friedensgebet. Der evangelische Professor Horst-Georg Pöhlmann aus Osnabrück betonte, Gott sei in allen Religionen ein Gott des Friedens. Der katholische Beauftragte für interreligiösen Dialog aus Osnabrück, Aloys Lögering, sprach das Friedensgebet des Franz von Assisi. Der Imam von Münster, Mehmet Ergüney, las Suren aus dem Koran, in denen die Menschen zum friedlichen Zusammenleben aufgefordert werden.

Das Osnabrücker Bündnis gegen den Irak-Krieg und das Münsteraner Friedensforum hatten die Menschenkette organisiert. Beide Orte verstehen sich als Friedensstädte, weil in ihren Rathäusern 1648 der Westfälische Frieden den Dreißigjährigen Krieg beendete. (epd Niedersachsen-Bremen/b0935/29.03.03)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
E-Mail: epd@lvh.de


Tausende demonstrieren in Hannover gegen Irak-Krieg

Hannover (epd). In Hannover haben mehrere tausend Menschen am Sonnabend gegen den Krieg im Irak demonstriert. Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg forderte eindringlich: "Beendet das sinnlose Zerstörungswerk und das Leid der Menschen." Die Reihe der zerstörten Städte wie Hiroshima oder Dresden dürfe nicht um Basra und Bagdad erweitert werden, sagte Schmalstieg.

Der evangelisch-lutherische Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann sagte für den Arbeitskreis der Religionen und Kulturen, Krieg lasse sich nicht in göttlichem Auftrag führen. Das Faustrecht der Gewalt fördere nur den Terrorismus. Die Vorsitzende der Deutschen Muslim-Liga, Iyman Alzayed, sagte, die unschuldigen Zivilisten seien schon lange Spielball der Mächtigen. Die Befreiung eines Volkes könne aber nicht herbeigebombt werden.

Zuvor hatte Hartmut Meine, Bezirksleiter der IG Metall, dem US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld "Arroganz und dreiste Lügen" vorgeworfen. Der Krieg verstoße gegen das Völkerrecht. Die 2.500 bis 4.000 Teilnehmer, je nach Angaben der Polizei und der Veranstalter, zogen nach der Kundgebung in die Ruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Aegidienkirche. (epd Niedersachsen-Bremen/b0934/29.03.03)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
E-Mail: epd@lvh.de


Diakonie bittet um Spenden für Opfer des Irak-Krieges

Hannover (epd). Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche hat zu Spenden für die Länder des Mittleren und Nahen Ostens aufgerufen. Angesichts der heftigen Kämpfe im Irak sei die "Diakonie Katastrophenhilfe" besorgt um die Zivilbevölkerung und die Katastrophenhelfer, teilte die Diakonie am Montag in Hannover mit.

In den irakischen Städten Bagdad, Basra, Mosul und Kirkuk werden 18 kirchliche Gebäude, Schulen und Moscheen als Hilfezentren vorbereitet, heißt es weiter. In Jordanien und Syrien werde in den nächsten Tagen mit zahlreichen Flüchtlingen gerechnet. Spenden unter dem Stichwort "Irak" werden erbeten an das Spendenkonto des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Konto 620, BLZ 250 607 01, EKK Hannover. (epd Niedersachsen-Bremen/b0868/24.03.03) Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
E-Mail: epd@lvh.de

Niedersächsische Bischöfe protestieren gegen Irak-Krieg

Hannover (epd). Niedersächsische Bischöfe haben am Donnerstag in Friedensgebeten und öffentlichen Erklärungen gegen den Krieg im Irak protestiert. Die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann nannte den Krieg vor rund 800 Menschen in der überfüllten Marktkirche von Hannover "unverantwortlich". Er werde viele Tote mit sich bringen und versetze in Bagdad sechs Millionen Menschen in Panik. Abrüstung müsse neu zum Thema werden. Nötig sei eine "Welt-Innenpolitik" durch starke Vereinte Nationen.

Nach Ansicht des Hildesheimer katholischen Bischofs Josef Homeyer hat die internationale Ordnung durch den Krieg Schaden genommen. Beschädigt seien die Anerkennung der Vereinten Nationen, die Beziehung der Großmächte und die Beziehungen der Staaten Europas. Homeyer sprach von einer "Re-Nationalisierung" europäischer Politik, die nicht dem Frieden diene. Europäer und Amerikaner, Irakis, Palästinenser und Israelis stünden vor den Trümmern einer gescheiterten Friedenspolitik.

Der braunschweigische evangelische Landesbischof Friedrich Weber warf der US-Regierung vor, einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak zu führen. Auch die Präzisionswaffen der USA forderten Opfer in der Zivilbevölkerung, die in diesem Krieg um ihr Leben betrogen würden. Zugleich warnte er vor einem "dumpfen Antiamerikanismus". Die Bundesrepublik dürfe nicht vergessen, dass sie die freiheitlich-demokratischen Werte mit den USA teile und sie ihnen auch verdanke, sagte er im Braunschweiger Dom.

Der Oldenburger evangelische Bischof Peter Krug bezeichnete den Krieg als "entsetzliche" Entwicklung. "Wenn es Schule macht, dass der Mächtige das Recht nach seinem Willen setzt, dann fällt die Menschheit um Jahrhunderte zurück", sagte er in einem ökumenischen Gottesdienst. Für einen Angriff auf den Irak gebe es keinen gerechten Grund und keine Zustimmung der Vereinten Nationen.

Der schaumburg-lippische Landesbischof Jürgen Johannesdotter sagte bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Bückeburger Stadtkirche, Politik und Diplomatie seien gescheitert. Die Sehnsucht nach Frieden sei vergeblich gewesen. (epd Nds.-HB/b0833/20.03.03)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
E-Mail: epd@lvh.de

Aufruf zum Friedensgebet
an die evangelischen und katholischen Gemeinden
in Niedersachsen und Bremen

Liebe Schwestern und Brüder,

nun ist zu unserem Entsetzen eingetreten, was viele durch Diplomatie und durch Gebete zu verhindern gehofft hatten. Die Sehnsucht nach Frieden, die Hoffnung auf ungeteilte Solidarität, das Eintreten für Gerechtigkeit sind im Irak und weltweit verdunkelt. Wir alle sind gescheitert: Politik und Militär, die Verantwortlichen in den USA und im Irak, in der UNO und ihren Mitgliedsnationen.

In diesem Scheitern rufen wir Gott an. Wir rufen, nicht um zu besänftigen und zu vertrösten, wir rufen, um aufzustehen für unsere Hoffnung – die Hoffnung auf eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Dabei verlassen wir uns darauf, dass Jesus Christus selbst mit seinem Ruf „Friede sei mit euch!“ mitten unter uns ist. Er, der die Sanftmütigen und die Friedfertigen selig genannt hat, hat am Kreuz selbst Leiden erfahren. Er weiß, wovon wir sprechen.

Deshalb beten wir für die Zivilbevölkerung im Irak, im Nahen und Mittleren Osten, die mit Krieg konfrontiert ist. Wir beten für die verwundeten und sterbenden Soldaten auf allen Seiten. Wir beten mit den Müttern, Vätern und allen Angehörigen, die in Angst und Trauer sind. Wir beten für die Verantwortlichen in der Politik, dass sie sich mühen um Frieden und Gerechtigkeit. Wir beten für alle Menschen, dass wir endlich aufbrechen zu Versöhnung und ungeteilter Nächstenliebe. Dieses Gebet stellt uns in die Einheit aller Christinnen und Christen in unserem Land. Wir wissen uns in unserem Gebet um Frieden auch in Gemeinschaft mit Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens in unserem Land. Solches Gebet kann ein Zeichen sein für weltweite Solidarität und den Anspruch der Gerechtigkeit, die uns zur Umkehr zum Frieden befähigt und ermutigt.

So wollen wir die Glocken läuten und zusammenkommen zu ökumenischen Gottesdiensten.

Mit allen Menschen, die vor uns auf dem dunklen Weg der Menschheitsgeschichte gebetet haben, wollen wir die alten Hoffnungsworte neu sprechen:
„Dona nobis pacem – verleih uns Frieden gnädiglich“.


Dr. Margot Käßmann
Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Dr. Josef Homeyer
Bischof von Hildesheim

Walter Herrenbrück
Landessuperintendent der Evangelisch-reformierten Kirche

Dr. Franz Josef Bode
Bischof von Osnabrück

Peter Krug
Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg

Dr. Friedrich Weber
Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig

Louis-Ferdinand von Zobeltitz
Schriftführer in der Bremischen Evangelischen Kirche

Jürgen Johannesdotter
Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe

Heinrich Timmerevers
Bischöflicher Offizial im Oldenburgischen Teil des Bistum Münster