Landesbischöfin wertet "Babykörbchen" als Erfolg

Nachricht 12. März 2003

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat das seit zwei Jahren in Hannover bestehende "Babykörbchen" als Erfolg gewertet. In dieser Zeit seien drei Kinder in einem kirchlichen Krankenhaus anonym abgegeben worden, sagte sie am Mittwoch vor Journalisten in Hannover. Zudem habe man 23 schwangeren Frauen in Notlagen konkret und längerfristig helfen können.

Dafür sei sie dankbar, sagte die evangelische Bischöfin: "Wir haben bewusst ein Netzwerk installiert. Es geht uns nicht um eine spektakuläre Aktion, sondern darum, Frauen und Mädchen in Not zu unterstützen." Nach ihren Angaben wurde eines der Kinder vor zwei Jahren am Fahrradständer des hannoverschen Friederikenstiftes abgegeben, weil die Mutter das Körbchen nicht gefunden habe. Daraufhin wurde die Ausschilderung verbessert.

Zwei weitere Babys wurden in dem "Körbchen" abgelegt, einem Wärmebett, das über eine Klappe zu erreichen ist. Mit zweien der Mütter bestehe heute ein Kontakt. Die eine habe ihr Kind schließlich doch zu sich genommen, sagte Käßmann. Von den 23 Frauen, die vom Netzwerk betreut worden seien, hätten 18 ihre Anonymität aufgegeben und acht "einen Weg mit dem Kind gefunden und es behalten".

"Wir sind dankbar für jedes Kind, das in einem Krankenhaus geborgen zur Welt kommen und in die Hände der Mutter oder von Adoptiveltern gegeben werden kann", betonte die Bischöfin. Die Hilfe, die das Netzwerk leiste, gehe oft bis in den Kreißsaal hinein und höre auch nach der Geburt nicht auf: "Wir sind so lange für die Frauen da, wie sie uns brauchen."

Unter dem Namen "Mirjam - ein Netzwerk für das Leben" hatten die evangelische Landeskirche und das Diakonische Werk auf Anregung Käßmanns im März 2001 ein Projekt für schwangere Frauen in Not gegründet. Neben dem "Babykörbchen" gibt es einen telefonischen Notruf unter der Nummmer 0800/60 500 40, der Tag und Nacht Hilfe anbietet.

Angeboten werden auch eine Schwangerschaftskonfliktberatung, Wohnmöglichkeiten sowohl für Schwangere als auch für Mutter und Baby sowie die Hilfe des Adoptions- und Kinderpflegefachdienst der Diakonie. Mehr als 20 Frauen leisten rund um die Uhr den ehrenamtlichen Dienst am anonymen Notruftelefon. (epd Niedersachsen-Bremen/b0712/12.03.03)
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