Bischöfin Käßmann fordert globale Netzwerke von Frauen

Nachricht 10. März 2003

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat am Vorabend des Weltfrauentages (8. März) globale Netzwerke von Frauen gefordert. "Frauen sind oft näher an der Realität des Lebens, aber weiter entfernt von der Macht des Regierens", sagte die evangelische Theologin am Freitagabend vor Betriebs- und Personalrätinnen sowie Frauenbeauftragten in Hannover.

Die Bischöfin warnte davor, Globalisierung nur zu verteufeln. Sie sehe darin durchaus auch Chancen: "Allerdings nur, wenn das Ziel der Globalisierung nicht Gewinnmaximierung und Bereicherung Einzelner ist, sondern Gerechtigkeit für alle." Dazu könnten Frauennetzwerke entscheidend beitragen.

Es sei bekannt, dass Frauen am stärksten von den negativen Auswirkungen der Globalisierung betroffen seien. Dies spiegele sich auch in Deutschland wider. Frauen verdienten fast ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen, kritisierte Käßmann. In tariflichen Leistungsgruppen, die verantwortliche Tätigkeiten und besondere Erfahrungen voraussetzten, seien 40 Prozent der männlichen Angestellten eingruppiert, aber nur 14 Prozent der Frauen.

Im Gegensatz zum Valentinstag sei der Weltfrauentag wirklich der Tag der Frauen und nicht der Tag der Blumenindustrie, betonte Käßmann: "Hinter diesem Tag steckt der Wunsch, in einer Gesellschaft zu leben, die frei ist von Ausbeutung von Frauen, in der Frauen selbstbestimmt leben und die gesellschaftlichen Entscheidungen mitbestimmen können." (epd Niedersachsen-Bremen/b0675/07.03.03)
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