In Südniedersachsen ist das "Bibelmobil" unterwegs

Nachricht 07. März 2003

Die Bibel entstand nicht auf der Schreibmaschine
In Südniedersachsen ist das "Bibelmobil" unterwegs

Von Reimar Paul (epd)

Göttingen (epd). Das Bibelmobil steht auf dem großen Parkplatz vor der Göttinger Albani-Grundschule. Eine Klasse stürmt gerade lärmend aus dem gelben Doppeldeckerbus hinaus, die nächsten Schüler und ihre Lehrerin warten bereits draußen am Eingang. "So geht das schon den ganzen Vormittag", sagt Andreas Schmidt. "Das Bibelmobil kommt in Göttingen gut an".

Schmidt und sein Kollege Frank Nachtigall bilden die Mannschaft, die das Bibelmobil in dieser Woche durch Südniedersachsen steuert. Der evangelische Kirchenkreis Göttingen hat das Fahrzeug samt Besatzung bei der in Berlin ansässigen Haupt-Bibelgesellschaft gemietet. "Als einen Beitrag zum Jahr der Bibel", sagt Superintendent Wolf-Dietrich Köhler.

Für Schmidt und Nachtigall ist es einer der ersten Ausflüge nach Westdeutschland - das 1992 hergerichtete Bibelmobil ist bislang vor allem in den Städten und Dörfern der neuen Bundesländer unterwegs gewesen. Mehr als 250.000 Menschen, darunter fast 5.300 Schulklassen, waren in dem umgebauten Bus schon zu Besuch, berichtet Schmidt.

Die knapp 20 Mädchen und Jungen aus der Klasse 2a haben sich inzwischen auf zwei längs stehenden Holzbänken zusammengequetscht. Neugierig starren sie auf die Wand gegenüber und auf die Innenseiten der Fenster. Dort hängen großformatige Bilder und Texte, die über die Geschichte der Bibel informieren. Andreas Schmidt setzt sich auf einen Tisch und erklärt den Kleinen mit einem Frage- und Antwortspiel zunächst, wie das Alte und das Neue Testament entstanden sind.

Nicht mit der Schreibmaschine, wie eine Schülerin meint, sondern mit einer tintenähnlichen Flüssigkeit, die sie aus Russ, Baumharz und Wasser zusammenmischten, haben die Leute vor 2000 Jahren ihre Erlebnisse mit Gott und mit Jesus auf Leder-, Pergament- oder Papyrusrollen geschrieben. "Und um den Papyrus am Flussufer zu pflücken, mussten die Menschen erst einmal Krokodile und Nilpferde verscheuchen."

Nach diesen Erläuterungen schieben sich die Kinder über eine enge Wendeltreppe in die obere Etage, wo eine Spielecke und der Videoraum aufgebaut sind. Die 2a guckt sich einen Zeichentrickfilm über die Bibel an. Für die Schüler der vierten Klasse, die vorher da war, hatte Filmvorführer Frank Nachtigall einen kurzen Streifen zum Thema Ostern herausgesucht. In Göttingen und Umgebung ist das Bibelmobil noch bis zum Wochenende unterwegs. Am Sonnabend und Sonntag, wenn keine Schule ist, wollen Schmidt und Nachtigall den gelben Bus mitten in der Fußgängerzone parken. (epd Niedersachsen-Bremen/b0636/04.03.03)
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