Käßmann ruft zum Erhalt des arbeitsfreien Sonntags auf

Nachricht 03. März 2003

Wittenberg (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat zum Erhalt des arbeitsfreien Sonntags aufgerufen. Fest- und Feiertage gäben dem Leben Kraft zur Bewältigung des Alltags, betonte sie am Sonntag in Wittenberg. Nötig sei allerdings, den Feiertag auch bewusst wahrzunehmen und sich dabei auf das wirklich Wichtige im Leben zu besinnen, sagte sie im Rahmen der Wittenberger Kanzelreden in der Stadtkirche der Lutherstadt.

Christen feierten den Sonntag als Tag der Auferstehung von Jesus Christus und damit als Tag der "Befreiung von der Angst vor Leiden und Tod". Mit anderen gemeinsam sollten sie darum kämpfen, dass der Sonntag ein besonderer Tag bleibt, mahnte die evangelische Theologin. Er müsse durch die Gesellschaft bewahrt werden, um den Rhythmus von Alltag und Feiertag zu erhalten.

Von Managern, die unter dem Burn-out-Syndrom leiden, werde gesagt, sie hätten den Rhythmus von Schaffen und Ruhen verloren. Dies könne jedoch auch einer ganzen Gesellschaft "den Kollaps bringen", warnte Käßmann. Der Feiertag biete die Chance, sich von allen Zwängen zu lösen. Er verweise auf "die Schönheit des Lebens in allem Unglück". Dabei werde auch deutlich, "dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt". (epd Niedersachsen-Bremen/b0623/02.03.03)

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