Landeskirche errichtet ein Musik-Zentrum in Hildesheim

Nachricht 30. Januar 2003

Hildesheim (epd). Die hannoversche Landeskirche richtet in Hildesheim ein "Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik" ein. "Viele Menschen sehnen sich nach neuen und ansprechenden Formen der Kirchenmusik", sagte Landesbischöfin Margot Käßmann am Donnerstag beim symbolischen ersten Spatenstich auf dem Gelände des mehr als 1.000 Jahre alten früheren St.-Michaelis-Klosters: “Ich freue mich, dass dieses historische Gebäude für kirchliche Belange kreativ genutzt wird.”

Das Gebäude, in dem von 1953 bis 2002 angehende evangelische Pastoren ausgebildet wurden, muss zuvor entsprechend umgebaut werden. Neben klassischen Formen des Gottesdienstes und der Kirchenmusik wollen die Initiatoren mit Tanz, Theater, Malerei, Jazz oder Pop experimentieren. Eine Tagungsstätte soll der Aus- und Fortbildung von Kirchenmusikern, Pastoren und Ehrenamtlichen dienen.

Die Kosten liegen bei 6,45 Millionen Euro. Dafür sollen auf vier Etagen 40 Zimmer mit Nasszellen und bis zu 69 Betten sowie sechs Säle entstehen. Zwei Säle werden schallgedämmt, so dass in dem Haus zugleich Schlagzeug geübt und meditiert werden kann. Ein großer "Multi-Kommunikations-Raum" wird mit Bühne, Scheinwerfern, Tonanlage und Video-Beamer ausgestattet.

Auch angesichts knapper Kassen sei es wichtig, dass die Kirche investiere, sagte Käßmann: “Wir dürfen uns nicht so lahm legen lassen, dass wir nicht an der einen oder anderen Stelle ein innovatives Projekt wagen, das der ganzen Landeskirche nutzt.”

Für den Umbau wird ein Teil des historischen Kreuzganges wieder freigelegt, in dem bisher eine Bibliothek untergebracht war. Auch ein bisher verstecktes Säulenkapitell und ein ottonischer Gewölbekeller sollen wieder zugänglich werden. Ein Tonnengewölbe im Keller will Architekt Wolfgang-Michael Pax als Begegnungsraum herrichten. Ende März 2004 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Das ehemaligen Benediktiner-Kloster direkt neben der zum Weltkulturerbe gehörende St.-Michaelis-Kirche diente nach 1803 als Heil- und Pflegeanstalt und von 1943 bis 1945 als Ausbildungsstätte der SS. (epd Niedersachsen-Bremen/b0298/30.01.03)
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