Evangelische Zeitung erscheint mit leerer Titelseite

Nachricht 16. Januar 2003

Hannover (epd). Die Evangelische Zeitung in Hannover erscheint in dieser Woche mit einer weitgehend leeren Titelseite. Das solle auf die bundesweite Krise der kirchlichen Wochenpresse aufmerksam machen, schreibt Chefredakteur Michael Eberstein in einem Kommentar auf der ansonsten weißen Seite. Wenn die Zeitung eingestellt würde, "bliebe ein weißer Fleck in der Presselandschaft".

Die kirchliche Presse kämpfe seit Jahren mit sinkenden Auflagen, sagte Eberstein am Donnerstag. Vor einer Woche hat die rheinische Synode die Einstellung ihres Kirchenblatts zum Jahresende beschlossen. Der hannoverschen Synode liegt laut Eberstein ein Prüfauftrag vor, der auch die über 50 Jahre alte Evangelische Zeitung einschließt. Sie erscheint für die Landeskirchen Hannover, Braunschweig und Oldenburg. Die Auflage sei in zehn Jahren von 50.000 auf 30.000 gesunken.

Wenn zwei Prozent der Kirchenmitglieder die Zeitung abonnieren würden, käme sie ohne Zuschüsse aus, rechnet Eberstein vor. Die Zeitung sei kein amtliches Organ der Kirche, sondern begleite sie in kritischer Loyalität. Ihre Bedeutung für Mitglieder und Mitarbeiter wachse in dem Maß, in dem die "weltliche Presse" sich von der Kirchenberichterstattung verabschiede. Die Gesamtauflage der bundesweit 16 regionalen evangelischen Zeitungen ging seit Ende 1991 um 38 Prozent zurück und liegt derzeit bei 431.000 Exemplaren. (epd Niedersachsen-Bremen/b0118/16.01.03)
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