Epiphaniasempfang in Loccum

Nachricht 07. Januar 2003

Die Ansprache von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann beim Epiphaniasempfang in Loccum im Wortlaut (pdf-Datei)

Käßmann und Gabriel fordern gerechtere Globalisierung
Kirchenempfang in Loccum: Politiker sollen um Ziele streiten

Loccum (epd). Für eine gerechtere Globalisierung haben sich Landesbischöfin Margot Käßmann und der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) am Montag in Loccum ausgesprochen. Beide sagten übereinstimmend beim Jahresempfang der hannoverschen Landeskirche, Gerechtigkeit für alle müsse das Ziel sein, nicht Reichtum für wenige. Die Bischöfin forderte, die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft weltweit anzuwenden. Sie nannte es einen "Skandal, dass die Börsenkurse einer Firma dann steigen, wenn sie in großem Umfang Mitarbeiter entlässt".

Käßmann und Gabriel gingen auch auf den beginnenden Wahlkampf ein. Die Politiker sollten um Inhalte streiten, sagte die Bischöfin. Auch Gabriel forderte, dass die Aufgaben und Probleme im Vordergrund stehen müssten, nicht das "Eindreschen" auf andere Parteien. Die Politik stehe vor der großen Herausforderung, den Kindern und Enkeln das Land in guter Verfassung zu übergeben. "Die Menschen wollen, dass wir ihnen erklären, was wir tun", sagte der Ministerpräsident mit Blick auf Furcht und Sorgen in der Bevölkerung.

Bischöfin Käßmann warnte vor Eigennutz als Haupttriebfeder in der Wirtschaft. Sie sei für den Menschen da, nicht umgekehrt. Wachstum müsse mit Nachhaltigkeit einhergehen. Die Kirche wiederum könne von der Wirtschaft lernen, wenn es um Personalführung, Motivation und "Produktstolz" gehe. An dem Empfang im Kloster Loccum nahmen Minister, Abgeordnete und zahlreiche Vertreter von Staat und Kirchen teil. (epd Niedersachsen-Bremen/ b0031/06.01.03)
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