Bischöfin Käßmann: Nicht nur Irak muss entwaffnet werden

Nachricht 20. November 2002

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat sich in ihrer Bußtags-Predigt kritisch zu einem drohenden Irak-Krieg geäußert. “Wie perfide ist es zu meinen, es gebe einen sauberen Krieg, in dem ein bisschen gebombt wird, keiner kommt zu Schaden und alles ist geregelt”, sagte Käßmann am Mittwoch in Hannover. Sie stimme Präsident Bush zu, wenn er sagt, der Irak müsse entwaffnet werden. Aber das sei nur ein erster Schritt. Die ganze Welt müsse entwaffnet werden.

In Deutschland sei heute Angst sehr real, sagte Käßmann. Mancherorts hätten Aussiedler Angst, auf die Straße zu gehen, weil sie Opfer von Gewalt werden könnten. Die Angst der Kinder, die missbraucht und geschlagen würden, grabe sich tief in die Seele und könne nur schwer ans Tageslicht geholt werden. Eine Frau, die vergewaltigt wird, empfinde Angst und Entsetzen, ausgeliefert zu sein.

Bei alltäglicher Gewalt sollten die Menschen nicht wegsehen, sondern mutig einschreiten, ergänzte Käßmann: “Es ist lernbar, wie ich am besten eingreife, wenn in der S-Bahn ein Mensch angepöbelt oder attackiert wird.” Nicht nur der Gebrauch von Waffen könne gelernt werden, sondern auch der Gebrauch der Überzeugungskraft. (epd Niedersachsen-Bremen/ b2669/19.11.02)
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