Von Vietinghoff: Kirche muß stärker Flagge zeigen

Nachricht 01. November 2002

Der Satz “Religion ist Privatsache” hat etwas “Diabolisches”
O s t e r o d e (idea) – Die Kirche muß stärker Flagge zeigen, wenn ihr Einfluß in der Gesellschaft zurückgeht. Das sagte der Präsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Eckart von Vietinghoff, kürzlich vor dem Kirchenkreistag des Kirchenkreises Osterode am Harz. Er rief dazu auf, in der Gesellschaft wieder deutlicher zu sagen, warum man Christ sei und diese Überzeugung auch öffentlich zu bezeugen. Der Kampf um den Schutz des Sonntags habe gezeigt, daß das nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich sei. Die Zukunft der Kirche, so von Vietinghoff, hänge zwar nicht von Menschen, sondern von Jesus Christus ab, aber man müsse sich Gedanken darüber machen, wie sie “zukunftsfähiger” werden könne. Zwar sei der Mensch nach wie vor religiös, aber die Organisationsform Kirche sähen viele für ihr Leben nicht mehr als erforderlich an. Der Satz “Religion ist Privatsache” habe etwas “Diabolisches”, weil dadurch die Glaubensüberzeugung aus dem öffentlichen Bewußtsein schwinde. Kirche sei aber immer noch gefragt, wenn es um den Wertefall, das soziale Klima und die Toleranz in der Gesellschaft gehe. Um die Kirche mit ihrem Auftrag wieder deutlicher in das gesellschaftliche Bewußtsein zu bringen, komme es darauf an, “professionelle Methoden” anzuwenden, so von Vietinghoff, der auch dem Rat der EKD angehört. Es gelte auch, Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Gemeinden und Kirchenkreise zu stärken.
Copyright: Evangelische Nachrichtenagentur idea
E-Mail: idea@idea.de