Bischöfin Käßmann gegen US-Angriff auf den Irak

Nachricht 29. Oktober 2002

Ökumenischer Gottesdienst zum Friedenstag in Osnabrück

Osnabrück (epd). Landesbischöfin Margot Käßmann hat sich gegen einen Angriff der USA auf den Irak ausgesprochen. Ein solcher Schlag "wird die Welt nicht sicherer machen", sagte die Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers während eines ökumenischen Gottesdienstes zum Tag des Westfälischen Friedens am Freitag in Osnabrück.

Sie forderte dazu auf, den Kreislauf der Gewalt zu überwinden. Selbst um der guten Sache willen dürfe nicht mit Waffen gekämpft werden, sagte Käßmann in ihrer Predigt in der katholischen Kirche St. Johann. Die Verzweiflung der tschetschenischen Terroristen über die Verletzung der Menschenrechte in ihrem Land rechtfertige nicht die Geiselnahme hunderter von Menschen in einem Moskauer Theater.

Es gebe tatsächlich keine geschichtlichen Beispiele dafür, dass Gewalt Frieden schaffe, so die Bischöfin. Nicht einmal der Sieg der Alliierten über Deutschland habe den Krieg wirklich beendet. Er sei danach als Kalter Krieg weitergeführt worden.

Auch eine theologische Legitimation von Gewalt könne es nicht geben, betonte Margot Käßmann. Sie appellierte an die Kirchen der Welt, gemeinsam für Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden einzutreten und zu einem "Ethos der Gewaltfreiheit" beizutragen. Sie wünsche sich auf dieser Grundlage einen Dialog mit anderen Religionen, damit "Religion endlich ein Faktor der Konfliktentschärfung ist". (epd Niedersachsen-Bremen/b2433/25.10.02)
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