Norddeutsche Kirchen wollen EKD-Reform voran bringen

Nachricht 21. Oktober 2002

Oldenburg (epd). Die leitenden Theologen der bremischen, oldenburgischen und der reformierten Kirche wollen eine Reform der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützen. Sie sprachen sich am Sonnabend auf einer Tagung der Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg für entsprechende Vorschläge des Präsidenten des Kirchenamtes der hannoverschen Landeskirche, Eckhart von Vietinghoff, aus.

Ziel einer Reform müsse eine Stärkung der EKD als Gemeinschaft bekenntnisverschiedener Kirchen sein, sagte von Vietinghoff in seinem einleitenden Referat. Zu den Reformvorschlägen gehört auch der Verzicht auf konfessionelle Organisationen innerhalb der EKD. Acht der zehn lutherischen Kirchen gehören zur Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), die meisten unierten und reformierten Kirchen organisieren sich zurzeit übergangsweise in einer "Union Evangelischer Kirchen" (UEK).

Der oldenburgische Bischof Peter Krug begrüßte die Reformpläne und sagte Unterstützung zu. Seine Kirche wolle die Klärung der Beratungsprozesse in der VELKD und der UEK abwarten. Mit einem Status als Gastkirche wollten die Oldenburger auf theologischem und kirchenrechtlichem Gebieten mitarbeiten. Ein Beitritt zu den Organisationen komme nicht in Frage.

Auch Landessuperintendent Walter Herrenbrück (Leer) von der Evangelisch-reformierten Kirche stimmte den Reformplänen zu. Seine Kirche wolle "sehr befristet" Mitglied in der UEK werden. Das könne gleichwohl nur ein Zwischenschritt zu einer Reform der EKD sein. Keinesfalls dürfe es zu einem Gegenüber von VELKD und UEK kommen.

Auch für die Bremische Evangelische Kirche (BEK) solle der Beitritt zur UEK nur ein Zwischenschritt sein, sagte der Schriftführer des Kirchenausschusses der BEK, Louis-Ferdinand von Zobeltitz. Eine Reform der EKD sei nur im Sinne von Vietinghoffs denkbar.

Von Vietinghoff hatte argumentiert, eine gestärkte EKD könnte Gemeinschaftsaufgaben der Kirchen besser und effizienter wahrnehmen und so die Gliedkirchen unterstützen. Als die eine "evangelische Stimme" könnte sie die Position der Kirchen besser in der Öffentlichkeit vertreten. Von Vietinghoff zitierte eine Machbarkeitsstudie leitender Kirchenjuristen, an der er mitgewirkt hat. Danach seien für eine Reform "nur bemerkenswert wenige Änderungen" in der Grundordnung der EKD nötig.

In einer neu formierten EKD wären die bekenntnisgleichen Kirchen durch Bekenntniskonvente vertreten. Sie sollten ein Vetorecht haben und regelmäßig berichten. Keinesfalls dürfe an den Bekenntnissen der 24 Gliedkirchen "gerüttelt" werden, betonte von Vietinghoff. (epd Niedersachsen-Bremen/b2370/20.10.02)
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