EKD zur Gesundheitsreform: Mehr Wettbewerb im Solidarsystem

Nachricht 16. Oktober 2002

Die notwendigen Reformen im Gesundheitswesen endlich angehen: Dies fordert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) von der Politik am Beginn der neuen Legislaturperiode. Sie tritt dafür ein, die Position der Patienten zu stärken, das Solidarprinzip des Systems zu erhalten und stärkeren Wettbewerb zu ermöglichen.

Die Stellungnahme des Rates erschien am 14. Oktober als EKD-Text 74 (-> zum EKD-Text 74 im Wortlaut!). "Die Zuwendung zu Kranken und Sterbenden ist als Dienst der Gemeinde und als spezialisierte Form von Seelsorge eine der ureigensten Schwerpunkte des diakonischen Auftrags der Kirchen", heißt es in dem von der EKD-Kammer für soziale Ordnung erarbeiteten Text.

Die aktuelle Situation erfordere unverzügliches Handeln, denn unser Gesundheitswesen sei "nicht nur uneffektiv, sondern auch ungerecht geworden", urteilt der Ratsvorsitzende der EKD, Präses Manfred Kock, anlässlich der Vorstellung des Textes im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin. "Es hat bisher der Politik der Mut gefehlt, gegen die gerade in diesem Bereich mächtigen Verbände die notwendigen Schritte zu gehen." Es gehe daher "die dringliche Bitte an Parlament und Regierung, die offensichtlich notwendigen Reformen durchzuführen". Christen sind für solidarische Gestaltung des Gesundheitswesens Es könne nicht die Aufgabe von Kirche sein, einzelne detaillierte Reformvorschläge auszuarbeiten, aber sie könne Probleme aufzeigen und Richtungen angeben, in denen Lösungen erfolgen müssten, so der Vorsitzende der Sozialkammer, Professor Hans-Jürgen Krupp.