Bibel-TV gestartet

Nachricht 07. Oktober 2002

Hamburger Hauptpastor über die, die spotten: “Wer zuletzt lacht, lacht am besten”
H a m b u r g (idea) – Repräsentanten der beiden großen Volkskirchen haben den Beginn des weltweit ersten Bibelfernsehens am 1. Oktober begrüßt. Einen Tag nach dem Sendestart gab es einen ökumenischen Gottesdienst in der größten Hamburger Kirche, dem Michel. Dabei sagte Hauptpastor Helge Adolphsen, Christen hätten allen Grund, Gott für Bibel-TV zu danken und seinen Segen für diese Arbeit zu erbitten. Der erste christliche Spartenkanal in Deutschland strahle seine Programme aus in eine Welt, in der gespottet werde über den Versuch, mit einem “alten Buch”, der Bibel, ein Programm zu gestalten: “Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten.” Als Ziel des Bibelfernsehens beschrieb er, Vertrauen auf Gottes Wort zu säen. Dabei dürften sich die Verantwortlichen darauf verlassen, daß “Gottes Wort nicht leer zurückkehrt”. Wer es verbreite, werde erleben, daß es Folgen habe.

Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke bezeichnete in seiner Predigt Bibel-TV als einen “mutigen Anfang zu einem großen Werk”. Er unterstütze den Spartenkanal “von Herzen”. Damit vertrat der höchste Repräsentant der katholischen Kirche in Hamburg eine andere Sicht als die Vollversammlung der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, die Ende September auf Distanz zu Bibel-TV gegangen war. In einer Pressemitteilung heißt es: “Bibel-TV ist eine insbesondere im evangelikalen bzw. in freikirchlichen Gruppierungen beheimatete Initiative. Die katholische Kirche ist weder Gesellschafter, noch war sie bei der Gründung von Bibel-TV beteiligt.” Tatsächlich ist sie über ihre Fernsehgesellschaft Tellux ebenso mit 12,75 Prozent der Anteile an der Trägergesellschaft von Bibel-TV beteiligt wie die EKD über ihre Produktionsfirma Eikon.

Die Mehrheit an der Bibel-TV-Stiftung hat die gemeinnützige Rentrop-Stiftung des Bonner Verlegers Norman Rentrop, der dieses Projekt initiierte und mit den Gesellschaftern die Finanzierung für drei Jahre sicherstellte. Zu den weiteren Gesellschaftern gehören unter anderem der Evangeliums-Rundfunk und die Vereinigung Evangelischer Freikirchen. Beim Gottesdienst wirkte auch der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Hamburg, der evangelisch-methodistische Superintendent Karsten Mohr, mit.

Beim anschließenden Empfang sagte Rentrop, Christen verfügten über die beste Botschaft überhaupt - “das Wort Gottes”. Durch Bibel-TV soll es 24 Stunden lang vielen Menschen vermittelt werden. Leider könne Bibel-TV bisher erst von 1,8 Millionen deutschen Haushalten gesehen werden, weil nur sie digitales Fernsehen empfangen könnten. In wenigen Jahren werde aber das gesamte Programm digitalisiert sein. Wer noch nicht über eine digitale Satellitenschüssel verfüge, könne Bibel-TV aber auch schon jetzt sehen, wenn er verkabelt sei. So werde Bibel-TV jeden Sonntag auch auf dem Kanal von NBC um 10 Uhr und um 19.30 Uhr für jeweils eine halbe Stunde ausgestrahlt. Im übrigen könne man Freunde oder Nachbarn fragen, ob sie digitalisiert oder verkabelt seien, und dann mit ihnen zusammen Bibel-TV sehen.

Der Rundfunkbeauftragte der EKD, Pastor Bernd Merz (München), dankte Rentrop für seinen Einsatz. Ein Sender wie Bibel-TV sei nötig im deutschsprachigen Europa, und er wolle als Rundfunkbeauftragter alles tun, um diesem Sender zum Erfolg zu verhelfen. Angesprochen auf eine Bemerkung von ihm im Fernsehsender “3.sat” sagte Merz, sie dürfe nicht mißstanden werden. Er hatte auf die Frage, warum sich die EKD an Bibel-TV beteilige, erklärt: “Wir möchten natürlich gerne auch diejenigen, die Bibel-TV machen, vor Irrwegen notfalls warnen können.” Dies war als Kritik an Rentrop, den Programmachern und den evangelikalen Mitgesellschaftern verstanden worden. Wie Merz gegenüber idea sagte, ging es ihm mit seiner Aussage darum, daß eine biblische Grundhaltung bei Bibel-TV gewährleistet bleiben müsse.

Der Geschäftsführer von Bibel-TV mit seiner Zentrale in Hamburg, Henning Röhl, berichtete, daß inzwischen ein Freundeskreis für Bibel-TV gegründet worden sei, der das Projekt ideell und finanziell unterstützen solle. Er dankte dem christlichen Filmhändler Kurt Sprenger (Aßlar bei Wetzlar), daß er für rund 300 Stunden Filme für Bibel-TV beschafft habe. Neben Bibelfilmen gebe es Lesungen aus der Heiligen Schrift, ein christliches Kinderprogramm und geistliche Musik von Bach über Gospels bis hin zu Hiphop. (114/2002/B)

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