Evangelische Kirchen für Reform des Bildungssystems

Nachricht 29. September 2002

Hannover (epd). Die fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen wollen sich nachdrücklich für den Abbau von sozialem Ungleichgewicht im Bildungssystem einsetzen. Durch die internationalen Vergleichsstudien wie PISA sei deutlich geworden, dass die Schülerinnen und Schüler durchgehend individueller gefördert werden müssten, heißt es in einer Erklärung der Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen von Sonnabend. Die 66 Synodalen tagten am Wochenende in Hannover.

Die Ratsvorsitzende Margot Käßmann (Hannover) sagte in ihrem Bericht, dass die Kirchen mit ihrem Religionsunterricht dazu beitrügen, ganzheitliches Lernen und nicht nur die Aneignung von Fachwissen zu fördern. Deshalb müsse das Fach Religion besser vor Unterrichtsausfall geschützt werden, forderte die Bischöfin der hannoverschen Landeskirche.

Das Kirchenparlament sprach sich dafür aus, Lehrerinnen und Lehrer zu motivieren, zu unterstützen und zu qualifizieren. Notwendig seien kleinere Lerngruppen und ein attraktiver Unterricht, der die Bildung der Persönlichkeit zum Ziel habe: "Eine stärkere Konzentration auf die Naturwissenschaften oder Wirtschaftsfächer greift hier viel zu kurz und wird die Defizite keinesfalls beheben können", heißt es in dem Papier, dessen endgültigen Wortlaut das Synodenpräsidium in der nächsten Woche veröffentlichen will.

Der Religionsunterricht vermittele sowohl eine ethische Grundbildung als auch soziales Lernen und das Verstehen der Welt. Um dies zu verstärken, seien Schulpraktika in den diakonischen Einrichtungen der Kirchen sinnvoll. Die Kirchen wollten die Möglichkeiten der Ganztagsschule nutzen und auf neue Weise mit den Schulen Kooperationen in der Kinder- und Jugendbildung eingehen, heißt es weiter.

Der Haushalt der Konföderation steigt jährlich um etwas mehr als ein Prozent auf 4,548 Millionen Euro für das Jahr 2003 und 4,6 Millionen für 2004. Für die Publizistik und den Evangelischen Kirchenfunk werden jährlich je rund eine Million Euro bereitgestellt. Die Evangelische Erwachsenenbildung kostet die Kirchen ebenfalls rund eine Million, der Kirchliche Dienst in Polizei, Zoll und Feuerwehr erhält eine knappe halbe Million Euro.

Zur Konföderation haben sich 1971 die evangelisch-lutherischen Landeskirchen von Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche zusammengeschlossen. Sie vertreten gemeinsam ihre Anliegen gegenüber dem Land Niedersachsen und bemühen sich um einheitliche Regelungen für die fünf Kirchen. Die Synodalen repräsentieren rund 4,5 Millionen evangelische Christen des Bundeslandes. (epd Niedersachsen-Bremen/b2235/28.09.02)
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