EKD übt scharfe Kritik an Angriff auf Irak

Nachricht 09. September 2002

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat einen militärischen Angriff auf den Irak in scharfer Form abgelehnt. "Einen Krieg zu beginnen, nur um die irakische Regierung abzulösen, wäre eine Katastrophe", erklärte der Rat der EKD am Freitag in Hannover. Ein Angriff ohne UN-Mandat "wäre ein Rückschlag für alle Stabilitätsbemühungen im Mittleren Osten".

Der Rat der EKD bedauert, dass derzeit "ausschließlich militärische Optionen im Vordergrund stehen". Die Politik des irakischen Präsidenten Saddam Hussein und sein Versuch, Massenvernichtungsmittel anzuhäufen, stelle zwar "ohne Frage ein großes Gefährdungspotenzial dar", erklärt das Leitungsgremium der evangelischen Kirche. Dennoch dürfe die Anwendung militärischer Gewalt nur nach den Regeln des Völkerrechts erfolgen. Auch der Einsatz deutscher Soldaten sei den "Bestimmungen der Verfassung unterworfen". (epd Niedersachsen-Bremen/b2051/06.09.02)
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