EKD bedauert Rückzug von Käßmann aus Weltkirchenrat

Nachricht 08. September 2002

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat den Rückzug der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann aus dem Zentralausschuss des Weltkirchenrates bedauert. Er sei "ein Signal, über die Konzeption und die Wirkungsweise des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und über das Verhältnis zu den orthodoxen Kirchen nachzudenken", erklärte der Rat der EKD am Freitag in Hannover. Käßmann hatte am Mittwoch nach dem Ende der Tagung des ÖRK-Zentralausschusses in Genf ihren Rücktritt aus dem Leitungsgremium erklärt.

Die im Abschlussdokument des Zentralausschusses erkennbare "geistige und organisatorische Schwächung des ÖRK ist unübersehbar", so der Rat der EKD. Die Enttäuschung darüber sei verständlich. Der ÖRK habe mit seinem Beschluss, den Abschlussbericht der ÖRK-Sonderkommission zur orthodoxen Mitarbeit im ÖRK zu billigen, die Voraussetzung für die weitere gemeinsame Arbeit schaffen wollen, erklärte der EKD-Rat. Auf der Grundlage dieses Kompromisses müssten nun die "verbliebenen Chancen für ein gemeinsames Wirken" genutzt werden.

Bischöfin Käßmann hatte ihren Rückzug aus dem Zentralausschuss mit der jüngsten Entscheidung des Gremiums begründet, künftig keine ökumenischen Gottesdienste mehr zu feiern. Diese Neuregelung, stattdessen nur noch gemeinsame Gebete zu sprechen, war auf Wunsch der orthodoxen Kirchen zustande gekommen die sich von der protestantischen Theologie abgrenzen. (epd Niedersachsen-Bremen/b2050/06.09.02)

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